Markt Göstling an der Ybbs

Mendling und dann im Gasthaus zu Lassing. Dieser Kajjlan ließ 1787 aus eigenen Mitteln und mit Beihilfe einiger Pfarrkinder den Friedhof errichten, der 1789 vom Dechant von Waidhofen geweiht wurde. 1791 wurden für die Kirche neue Kirchenstühle angekauft. Im gleichen Jahr sammelte man für eine Turmuhr 61 Gulden und 24 Kreuzer, doch betrugen die Auslagen dafür 80 Gulden. Der Groß-Zerrennhaniniergewerke Franz Karl P r a u n s e i s in Hof ließ 1794 den ersten Seitenaltar zu Ehren des hl. Franz von Paula er richten. Das Altarbild stellte aber den hl. Franziskus Seraphikus dar und soll vom Kremser-Schmidt gewesen sein. 1797 gehörten der Pfarre 446 Seelen in 68 meist weitverstreuten Häu sern und Keuschen an. Die Bewohnerzahl gliederte sich in 17 Bauern, 2 Hammerwerksbesitzer, 1 Schneidermeister mit 3 Gesellen, 1 Maurer, 62 Bauernknechte, 8.5 Bauernmägde, 1 Binder, 4 Führer, 1 Weber mit 2 Gesellen, 1 Zimmermann, 20 Holzknechte, 8 Köhler, 1 Müller, 11 Schmiede, 3 Lehrjungen, 3 Wirte, 1 Krämer, 1 Weg- und Salzmautner, 1 Salzaufseher, 1 Salzhändler, 1 Salzverleger und 8 Ausnehmer. Die hier lebenden Seelsorger hatten meist mit schweren wirtschaftlichen Nöten zu kämpfen. Der größte Teil der Stolgebühren mußte nach Göstling abgeliefert werden und auch die Pfarre Hollenstein begehrte noch davon. Obwohl die Kirchenbehörde die Lokalie zu einer mit 600 Gul den dotierten Pfarre erhoben sehen wollte, hat die Regierung 1818 den Antrag gestellt, die Lokalie wieder aufzuheben. Erst eine zuständige Kommission erklärte die Notwendigkeit der Lokalie mit dem gleichzeiligen Hinweis; „Wer einige Jahre die Seelsorge auf dieser beschwer lichen Pfründe zur Zufriedenheit versehen hat, verschafft sich dadurch den Anspruch auf eine bessere Pfarre." Die Pfarrchronik enthält viele Hinweise auf die großen Nöte der Kapläne, die man als Pfarrer ansprechen muß, obwohl ihnen dieser Titel erst 1891 verliehen wurde. 1838 erhielt die Kirche eine dritte Glocke und 1850 zwei neue Glocken. In den folgenden Jahren wurden in der Kirche bedeutende Ausbesse rungen und Umgestaltungen vorgenommen. Die beiden Seitenaltäre wur den errichtet und eine neue Kanzel angebracht. Die meisten Kosten übernahm der Haminergewerke Johann S t a ii d i n g e r in Mendling. Auch Pfarrer Schmitt, der viele Spenden aufbrachte, erwarb sich große Verdienste. 1886 wurde wieder ausgebessert und ein neues Hoch altarbild von Josef K r e s z 1 e r in Wien um 150 Gulden gekauft. 1892 spendete die alpine Gesellschaft „IT Reistaler in Wien" und die Sek tion Krems-Stein des ÜTK. je ein Fenster in Ätzmalerei im Presbyterium der Kirche. Der Friedhof wurde erst 1896 von der Gemeinde Göstling der Pfarre Lassing grundbücherlich zugeschrieben.

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