gemeinsamen Begehung der Grenzen, aber man konnte sich über ihren Verlauf nicht einigen. Als 1491 von Hollenstein über Hof eine neun Straße in die Mendling angelegt wurde, haben Freisinger Untertanen Admonter Boden beschädigt und der Abt machte Schwierigkeiten, die erst durch Vermittlung beigelegt wurden. 1499 kam es zu einer Be schwerde Preisings des Inhaltes, daß Abt Leonhard von Admont im Amt Göstling ein „Wassergebäude" — Wehr — errichtet habe, wodurch der Freisinger Fischbann Schaden leide. Beide Teile beharrten auf ihrem Recht. Obwohl 1548 eine Kommission von 44 Personen unter Führung des Abtes von Admont die Grenzen, bei denen es sich auch um die Landesgrenzen handelte, abging, scheiterte auch dieser Versuch an der Hartnäckigkeit beider Teile. Man kam in Mendling zusammen, nächtigte in Göstling und ging die Lassingal])e und Herrenalpe sowie den Dürrenstein ab. Die ganze Mühe war ergebnislos. 1569 wandte sich Erzherzog Karl an den Abt Lorenz Lombardo in Ad mont um Aufklärung in den Streitigkeiten, die mit Freising bestünden. Der Abt antwortete, daß Freising ein Gebiet, das ein Mann an einem Tag nicht umschreiten könne, und Gaming eine Geviertmeile in An spruch nehme. Ganz schlimm wurde es, als 1676 der Freisingische Amt mann von Göstling mit 100 bewaffneten Bauern ein Kohlwerk auf Ad monter Boden der Erde gleichmachen und die Arbeiter mißhandeln ließ. Darüber kam es zwischen Kaiser Maximilian, Erzherzog Karl und dem Bischof von Preising zu einem interessanten Briefwechsel. 1608 überreichte der Admonter Hofrichter Albrecht dem Prior von Gaming ein Schreiben des Abtes. Er wurde festgenommen und konnte erst zu rückkehren, als Admont einen Untertanen als Geisel stellte. 1662 kam es zwischen Admont und Gaming über das strittige Gebiet zu einem Zwischenvergleich. 1674 fand durch Vertreter von Admont und Frei sing abermals eine Grenzbegehung statt. Endlich kam es zu einer Einigung. Zeugen davon sind die Grenzsteine auf dem Scheibenberg. Der Gewerke Fürst ließ einen davon ins Tal bringen und neben seinem Haus (Groß-Bachleitcn) aufstellen. Der Stein zeigt die Jahreszahl 1693 und die Wappen von Admont und Freising. 1822 fand wieder eine Grenzbegehung durch Vertreter der beiden Herrschaften auf dem Scheibenberg statt. Es dauerte 12 Stunden, bis 40 Männer die Grenze abgegangen hatten. 1828 wurde schließlich die Landesgrenze zwischen üsterreich und Steiermark vom Scheibenberg bis zum Hochkar endgültig festgelegt. Eine große Kommission beider Länder traf in Mendling ein und ver weilte dort fünf Tage. Man ließ 11 Pyramiden errichten, die hinfort die allein richtige Grenze bezeichneten. 1619, nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges, wurde vom Stift Ad mont in der Mendling ein neues Blockhaus errichtet und bemannt.
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