Markt Göstling an der Ybbs

Der erste Weltkrieg brachte auch dem Schulwesen in Göstling manche Schwierigkeiten; Zu wenig Lehrkräfte, ansteckende Krankheiten, z.B. die Ruhr und die spanische Grippe, Unterernährung der Schulkinder und allgemeine Not erschwerten den Unterricht.sbetricb. Zwei Jahre nach dem ersten Weltkrieg, im Jahre 1920, wurde der Schulbeginn mit 1. September festgesetzt; bis dahin hatte das Schuljahr immer mit 1. Mai begonnen. Bis zum Jahre 1921 gab es die sogenannte Samstagschule, das war eine Schulbesuchserleichterung für 13- und 14jährige Kinder, die nur an jedem Samstag zur Schule kommen mußten, die übrigen Tage aber zur Arbeit frei hatten. In der Notzeit der Jahre 1934 bis 1936 wurden aus allgemeinen Spar maßnahmen sogenannte Sparklassen eingeführt, d. h. die Kinder einer Sparklasse wurden statt von einer Klassenlehrkraft stundenweise von verschiedenen Lehrkräften unterrichtet. 1938 wurde der Schule die vom Verschönerungsverein Göstling erbaute Turnhalle zum Turnunter richt zur Verfügung gestellt. Die politischen Ereignisse des Jahres 1938 wirkten sich auch im Schul betrieb aus. Im September des Jahres 1939 gelang es den Bemühungen des damaligen Bürgermeisters Dr. S t e p a n, die Eröffnung der Hauptschule durchzusetzen. Die Leiterwohnung wurde in ein Klassenzimmer umgebaut. Die Göstlinger Schule wurde nun als Volksschule mit vier Klassen und als selbständige Hauptschnle, beginnend mit zwei Klassen, geführt. In den folgenden Jahren wurde die Hauptschule auf vier Klassen ausgebaut. 1941 wurde das Schulhaus mit einer Zentralheizung ausgestattet. 1942 kündigten die Reichsforste (frühere Forstverwaltung Rothschild) den Pachtvertrag für den Schulgarten, somit verlor die Schule diesen Gar ten nach 42 Jahren Benützung. Das einst von Rothschild gegründete Kinderasyl, in dem Kinder von Forstarbeitern aus den entlegenen Siedinngen Langau, Holzhütten boden, Taschelbach u. a. kostenlos untergebracht waren, wurde durch die Gemeinde von den Reichsforsten übernommen und ausgebaut. Die ses Schülerheini brachte der Hauptschule Göstling einen bedeutenden Zuwachs an Schülern. Während der Kriegszeit von 1939 bis 1945 be suchten 47 Kinder aus Westdeutschland, die mit ihren Müttern im Zuge der Mütterverschickung im Göstlinger Gemeindegebiet wohnten, unsere Sehlde. 1944 vermehrten sich die Bombenangriffe auf Wien, so daß die Göstlinger Schule auch 48 Kinder aus Wien aufnehmen mußte. Durch das Einrücken von Lehrkräften wurde die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes immer schwieriger. Da es an Lehrkräften mangelte, hatten ganze Klassen oft tagelang keinen Unterricht. 1943 standen für fünf Volksschulklassen drei Lehrkräfte zur Verfügung, für vier Hauptschulklassen nur eine Lehrkraft.

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