sein und auch der Fortbildung dienen. Der Seelsorger hatte die Pflicht, mit allem Nachdruck auf eine vorschriftsmäßige Erteilung des Unter richtes zu achten. Die Wichtigkeit, die man der Wiederholungsschule beimaß, geht aus einer Verordnung des Jahres 1816 hervor, nach der kein Lehrling von den Zünften freigesprochen werden durfte, der nicht ein Zeugnis über die Wiederholungsschule vorweisen konnte. Uber das Göstlinger Schulgebäude, das in früheren Zeiten zugleich das Mesnerhaus war, berichten die alten Chroniken und Aufzeichnungen folgendes: Die älteste Nachricht über eine Schule in Göstling geht zu rück auf das Jahr 1596, in der es heißt, daß „dem Schulmaister" im Mesnerhaus eine hölzerne Kammer erbaut wurde. Dieses Haus ist wahrscheinlich ein Holzbau gewesen und die Wohnung des Lehrers diente zugleich als Unterrichtsraum. Seit 1642 ist eine ständige Schule in Göstling mit Sicherheit nachweisbar. Schon 1643 wurde an Stelle des alten Mesnerhauses ein neues Mesner- und Schulhaus aus Stein gebaut. Es stand dort, wo heute in der alten Schule die Direktor wohnung ist. Es war ebenerdig und kleiner als die heutige Leiter wohnung. Diese Form und Größe behielt das Schvdgebäude bis in das erste Viertel des 19. Jahrhunderts. In einer Schulbeschreibung aus dem Jabre 1784 wird die Göstlinger Schule als Trivialschule bezeichnet, das war seit der Schulreform unter Maria Theresia die allgemeine BezeicJinung für Landschulen. 1820 wurde die Schule zweiklassig, das Schul gebäude wurde vergrößert und bekam ein Stockwerk. Vom Jahre 1853 bis 1857 wirkte der bekannte Komponist Franz Z a n t als Schulgehilfe an der Göstlinger Schule; es war seine erste Anstellung. Er ist der Schöpfer des Liedes „Schatzerl klein". 1933 wurde ihm an der Ostwand der Sdiule ein Relief errichtet, ein Werk des Bildhauers R u e p p. Durch das Reichsvolksschulgesetz aus dem Jahre 1869 wurde das Sdiulwesen der geistlichen Oberaufsicht entzogen und die Schule Göstling dem Bezirksschulrat Scheibbs unterstellt. Die Schulpflicht wurde vom 6. bis 14. Lebensjahr festgesetzt. 1875 war wieder ein Aus bau des Scbulhauses notwendig. Ab 1878 wurde die Schule dreiklassig geführt. Bereits 1876 scheint im Lehrkörper eine Handarbeitslehrerin auf. Seit 1880 besaß Göstling einen Schulgarten im Ausmaß von 240 Quadratmeter, ein Pachtgrundstück der Forstverwaltung Rothschild hinter dem Forsthaus. Die Schülerzahl betrug 1898 bereits 258, daher wurde im Jahre 1902 das alte Schulhaus vergrößert und ausgebaut zu der Form, wie sie heute besteht. 1905 war die Zahl der Schüler auf 330 angewachsen, daher wurde seit 1906 die Schule vierklassig mit einer Nebenklasse geführt. 1912 wurde das Schulhaus an die Wasserleitung angeschlossen und 1913 wurde das elektrische Licht eingeleitet.
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