Markt Göstling an der Ybbs

€tei0niffe Die großen Kriegsgeschehnisse in unserem Vaterland sind vielfach auch an Göstling nicht spurlos vorübergegangen. Die Bauernaufstände fanden hier wenig Boden, da F'reising sich stets milde erwies und berechtigten Bitten tunlichst willfahrte. So fand auch das erste Aufgebot des Bauernführers Markgraber keinen Wider hall. Erst durch das zweite scharf gehaltene Aufgebot gelang es, aus den Orten des oberen Ybbstales 500 Mann zu sammeln. Türkische Streifscharen sind in den Jahren 1532 und 1683 in unser Tal gekommen. Von ihnen und ihren Untaten ist wenig überliefert. Mehr wissen wir aus den Franzosenkriegen. 1797 wurde gegen die in Steiermark eingedrungenen Franzosen der Landsturm aufgerufen. Es zogen Gaminger, Grestner, Scheibbser und Purgstaller über Göstling— Lassing durch die Mendling nach Palfau. Der Waffenstillstand von Leoben beendete dieses Unternehmen, ohne daß es zu einer Feind berührung gekommen wäre. Nach der Schlacht von Hohenlinden und dem Waffenstillstand von Steyr am 24. Dezember 1800 wurde die Erlaf als Demarkationslinie festgelegt, wodurch unsere Gemeinde in dem von den Franzosen be setzten Gebiet lag. Erst nach dem am 16. März 1801 geschlossenen Frie den wurde unser Tal wieder frei. Im Spätherbst 1805 kamen die Franzosen wieder. Das Corps Merveldt zog sich über Waidhofen—Göstling—Lunz—Neuhaus in den Raum von Mariazell zurück, um Verbindung mit der Südarmee zu erhalten. Ihm folgte eine französische Heeresabteilung in der Stärke von 84.000 Mann unter General Davout, die über Gresten—Gaming nach Lunz vorging. Auch Göstling hatte darunter zu leiden, desgleichen im Jahre 1809, als das Ybbstal wiederum von französischen Soldaten überschwemmt wurde. Vier Jahre später haben auch Göstlinger an der Völkerschlacht bei Leipzig teilgenommen und den Sieg über Napoleon miterlebt. Die beiden Weltkriege brachten unserer Gemeinde hohe Verluste. Im ersten Kriege waren 96 Gefallene, im zweiten III Gefallene und 38 Vermißte zu beklagen. Das Gebiet blieb von Kampfhandlungen ver schont, lediglich gegen Ende des zweiten Weltkrieges fielen auch hier Fliegerhomben, ohne nennenswerten Schaden zu verursachen. Un gezählte Flüchtlinge haben hier kürzere oder längere Zeit geweilt oder

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