Markt Göstling an der Ybbs

schmiediiinungen. Noch 1860 betrug die Bruttoeinnahme der eisen verarbeitenden Gewerbe in Göstling 307.500 Gulden. Durch Jahrhunderte waren die Hammerherren, die „schwarzen Gra fen", aus dem Leben Göstlings nicht wegzudenken. Ihre Tätigkeit schaffte Wohlstand, solange ihre Hämmer dröhnten — bis die fort schreitende Technik diesen Werken ein Ende bereitete. Das heutige Markiwappen von Göstling wurde dem Wappenschild der Gewerkenfamilie der Humel entnommen. Die Genealogie der Fa milie Humel und ihre verwandtschaftliche Bindung zu den anderen Gewerkenfamilien sei nachstehend aufgezeigt: Michael Humel, 1665 in Waidhofen a. d. Ybbs Stadtrichter, führt im Wappen die Lilie. J o h a n n Adam Josef H u m e 1, vermutlich ein Sohn des Vor genannten. Er ist k. k. Kammergutsbeförderer, Amtsverwalter der Fürst Lichtensteinschen Herrschaft Weißenburg und Kammerherr. 1680 Besitzer des Groß-Zerrennhammerwerkes an der Großen Lunzmühle und Steinhaus in Lunz. Michael Josef H u m e 1, Sohn des obigen, war 1730 bis 1740 Amt mann in Göstling und Groß-Zerrennhammergewerke in Stixenlehen. Dessen Sohn Carl Engelbert Humel war von 1762 bis 1797 Anilmann in Göstling und Groß-Zerrennhammergewerke in Stixen lehen und Stellvertreter der Herrschaft Freising. Dessen Sohn S e r a p h i n Max Humel, Groß-Zerrennhammer gewerke in Stixenlehen, gestorben 1837. Seine Tochter Josefa Anna Flumel, vermählt 1829 mit F r a n z Xaver Scheib, Groß-Zerrennhammergewerke in Stixenlehen. Sein Sohn Johann N e p. Scheib, Groß-Zerrennhammergewerke in Stixenlehen und am Hammer, 1874 bis 1891 Bürgermeister in Göst ling, vermählt 1859 mit Maria P r a u n s e i s, Gewerkenstochter aus Hof. Sein Sohn F r i e d r i c h S c h e i b, 1860 bis 1915. führt das Sensenwerk am Hammer zu hoher Blüte. Die Tochter von Johann Nep. Scheib, Maria Scheib, vermählte sich 1883 mit Johann Staudinger, Gewerke in Mendling. Er starb 1931 als letzter der dreizehn Groß-Zerrennhammcrgewerken von Hollenstein, Lunz und Göstling. Mit der Erhebung des Humelschen Wappens zum Marktwappen von Göstling wird nicht nur eine Familie gewürdigt, sondern ein ganzer Berufsstand, der in mehreren Jahrhunderten dem wirtschaftlichen und sozialen Leben unseres Tales seine wesentliche Prägung gab. d. Ybbs Stadtrichter,

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