wie Praunseis, Wecll, Brunner und Scheib, sind mit diesem Eisenwerk verbunden. Unter letzterem nahm das Werk einen großen Aufschwung als Sensenhammer. Bis vor dem ersten Weltkrieg wurden hier all jährlich 150.000 Sensen erzeugt, die aus naturgeschmiedetem Guß stahl und feinstem Spezialstahl hergestellt, weitverbreiteten Ruf hat ten. Die Hauptahsatzgehiete waren Deutschland, Rußland, die Balkan länder und Kleinasien. Die Werksmarken waren der Bär und die zwei Lilien. In der Mendling hat 1544 der Hammerherr Paul Kerzenmandl an der Stelle des alten einen neuen „welschen Hammer" erbaut. 1857 weist Mendling zwei Groß-Zerrennhämmer und ein Streck- und ein Zerrennhamnierwerk auf. Die Reste gehen dort noch Zeugnis von der Größe dieses Werkes. 1665 werden in Göstling vier Zerrennhammermeister genannt: Bartlmä Freißl, .lohann Wedl, Andrä Groissenegger, Hans Praunseissen. Ferner Georg Praunseissen in Mendling, Georg Fried rich Schweinzer am Faßzichhammer. Michael Josef Humel, Stixenlehen, Johann Caspar Fürst, Bachleiten, Anton Praunseissen am Ham mer, Wolf Walcher am Flof. Mit eigenen Ges|)annen haben diese großen Werke das Roheisen aus Eisenerz geholt und die in diesen Hämmern ausgeschmiedete Ware (Stangeneisen) an die Eisenverleger und Händ ler in Scheihhs, Purgstall usw. gebracht. Es wurde natürlich auch in Göstling ausgeschmiedetes Eisen verarbeitet. Die Einteilung der Eisenverarheiter aus dem Jahre 1785 führt an: 1. Grohzeug- und Schneide schmiede (Hammer-, Sensen-, Schwert-, Säge-, Hackenschmiede u. a.). 2. Feinzeug- und Stahlschmiede, Messer- und Scherenschmiede. 3. Schießeisen- und Blechschmiede (Nagel-, Pfannen-, Blechschmiede u. a.). Jede dieser drei Klassen bildete eine Zunft für sich, so daß jeder Meister die in seine Klasse fallenden Waren anfertigen konnte. Die Eisenwaage hatte der jeweilige Wirt von Lassing inne. Dieses Amt war besonders in jener Zeit wichtig, als die Eisen- und Proviant führer noch von den Eisenhändlern gestellt werden mußten, wovon aus Göstling 1565 zum ersten Mal berichtet wird. Nicht nur Eisenerz, sondern auch die Hammerwerke mußten von den Händlern mit aus reichendem Proviant versorgt werden, der als Gegenfracht auf der Eisenstraße befördert wurde. Die Zerrennhammergewerken des oberen Yhhstales, zwei in Lunz, sechs in Göstling und fünf in Hollenstein, bildeten schon frühzeitig eine Vereinigung und nannten sich Groß-Zerrennhammergewerken. Bis 1835 durften nur diese 13 Groß-Zerrennhammergewerken Eisen zerrennen. Sie bildeten eine eigene Körperschaft mit Unter- und Ohervorsteher, hatten eine eigene Llammerordnung und hielten alljähi-lich in Hollenstein eine Sitzung mit Umzug ah. Sie versorgten auch ihre dienstunfähig gewordenen Arbeiter hesser als die anderen Hammer-
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2