Markt Göstling an der Ybbs

6e£Detbe und Jnduftrte 1838 werden in der Rotte Göstling folgende Gewerbetreibende und Professionisten angefühi't: Ein Großzerrennhaminerwerk, 1 Hacken- und Stangelhammer, 1 Hufschmied, 1 Bäcker, 1 Fleischer, 1 Ledei'er, 1 Zimmermeister, 1 Maurermeister, 1 Blasbalgmacher, 1 Weber, 2 Schuster, 2 Schneider, ferner 1 Wundarzt, 2 Krämer und 3 Wirte. Der Bergbau auf Kohle und Gips war nicht hedeutend. Der Ahbau von dem an einigen Stellen vorkommenden Eisenerz war ehenfalls un bedeutend. Hingegen hat die Eisenverarbeitung einen breiten Raum eingenommen. Bereits 1305 wird am Hause Schmiedlehen „Chunradus der Schmied" erwähnt und 1316 sind in Göstling 3 Räder eines Eisen werkes als ahgahenpflichtig angeführt. Mit der Entwicklung der steirischen Eisenwerke, die aus ihren Schmelzöfen das Roheisen liefei'- ten, das auch in unseren Eisenwerken verarbeitet wurde, fand eine durch Jahrhunderte blühende Industrie ihren Anfang, Dieses Roh eisen, — Floßeisen — wurde zuerst durch Saumtiere über den Paß von Mendling-Lassing, vielleicht mit Karren, und nach dem Bau der Dreimärktestraße im 16. Jahrhundert mit Schwerfuhrwerken zu den Eisenhämmern gebracht. Diese Straße wurde von ärarischem Geld finanziert. 1625 bis 1781 hatte der Provianthandel der drei Märkte Gresten, Scheibhs und Purgstall für die Erhaltung zu sorgen. Diese Straße aber war nicht nur die Voraussetzung für das Fleranbringen des Roheisens in die Hammerwerke, sondern auch für die Eisen- und Pro vianthändler in den genannten Märkten, die den Proviant für die Knap pen nach Eisenerz zu liefern hatten. Das Roheisen wurde in den Zcrrennhämmern „gefrischt", d. h. es wurde mit Holzkohle ausgeheizt, bis ein rotglühender Klumpen zurückhlieh, der „Dachel" genannt wurde. Dieser Klumpen wurde zu so genannten „Maßein" zerschrotet, die nochmals ausgeheizt und dann zu Stäben ausgehämmert wurden. Unter den schweren, 500 Pfund wie genden Zerrennhämniern wurden starke Stäbe geschlagen, aus 100 Pfund vier Stück. Geringere Stäbe wurden unter leichteren Häm mern geschlagen. Erst dieses vorbearbeitete Eisen konnte zu den verschiedenen Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen verarbeitet werden. In Göstling wird 1437 ein Hammerwerk am ..Seusenhach" erwähnt, das ah 1527 „am Flammer" heißt. Namen bedeutender Hammerherren,

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