Markt Göstling an der Ybbs

verbaut und abgetragen, blieb aber bis 1806 in Benützung. In diesem Jahre wurde ein neuer Friedhof auf der Pfarrwiese neben der Straße nach Waidbofen errichtet. Er ist heute noch in Benützung. Der Pfarrhof wird 1596 zum ersten Mal genannt, war aber sicher schon mit der ersten Kirche, die 1305 erwähnt wird, vorhanden. Die Kirche ist mit dem Pfarrhof durch das sogenannte Pfarrstöckel und einen gedeckten Gang verbunden. 1951 ließ der Verschönerungs verein die Sgraffiti am Pfarrstöckel und am Pfarrhof, die nach dem ersten Weltkrieg übertüncht worden waren, durch den Restaurator L. Dohnal wieder herstellen. In den pfarrlichen Aufzeichnungen steht; „Im Jahre 1588 ist unter dem edlen, ehrenfesten Herrn Christoph Murheimer, Rat des hochw. durchlauchtigsten Herrn Ernst Bischof von Köln und Freising, Pfleger zu Waidhofen an der Yhhs, und auf Be sorgung des Pfarrers von Göstling Georg Stockt auf Kosten der Kirche und unter Mithilfe ehrsamer Männer dieses Gebäude erneuert worden. Zu dieser Zeit war Amtmann Johann Oberhäuser an der Bachleiten." Der Kreuzweg wurde 1729 errichtet. Zu seiner Erhaltung bestand eine Stiftung, die später eingezogen wurde. Prozessionen fanden daselbst am ersten Sonntag jedes Monats, an Fastensonntagen und zu den BittAn Kapellen seien genannt: Jene des hl. Johann von Nepomuk nahe am Kreuzweg, die Kapellen von Bernlehen und in Steinbach. Alt sind die Kapellen von Bruneck, Wunsamreit, Hinterberg, Jungbauer in Lassing und jene in Mendling. Einige Kapellen stehen an der Straße nach Waidhofen. Ein Wahrzeichen des Marktes ist die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk an der Lunzerstraße, die 1775 wahrscheinlich von der Hammermeisterswitwe M. Constantia Fürst auf Bachleiten ge stiftet worden ist. Sie wurde in den letzten Jahren von der Gemeinde mit Hilfe des Bundesdenkmalamtes renoviert. Erst 1891 wurde die Kapelle in Hochreit erbaut. Sie ist aus Holz und alle Bewohner von Hochreit halfen beim Bau zusammen. An kirchlichem Brauchtum hat sich das Rauhnachträuchern erhalten. Ferner wurde die Statue des hl. Florian aus dem Bauernhaus GroßSteinbach am Bittsonntag zum Reitbauernkreuz getragen und am drit ten Bittag wieder in einer Prozession nach Hause gebracht. Dieser Brauch wird bis in die Gegenwart geübt.

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