Markt Göstling an der Ybbs

bau mit dem Altar im Norden, dem Eingang im Süden. Der seitlich stehende Turm blieb erhalten. Maurerpolier Johann Hueber aus Steyr hat den Neubau begonnen. 1792 wurde das Kirchengewölbe von Maurermeister Johann Stocki'eiter aus Göstling eingesetzt. 1788 war der zehn Meter hohe Dachstuhl, der heute noch steht, von Zimmermeister Michael Infang aus Göstling auf gerichtet worden. Die Kosten der neuen Kirche betrugen ohne Ein richtung 12.221 Gulden. Die Inneneinrichtung wurde erneuert. Das Altarbild, den hl. Andreas darstellend, und zwei weitere Bilder, die hl. Maria und der hl. Antonius von Padua, sind von Martin Johann Schmidt (Kremser-Schmidt) gemalt. 1830 wurde der zu niedere Turm, der völlig hinter der Kirche ver schwand und auch baufällig war, neu gerichtet. Das Mauerwerk hat nun eine Höhe von 24 Meter, der Dachstuhl von 10 Meter. 1848 erhielt die Kirche eine neue Orgel. Sie wurde 1909 durch eine andere aus der Werkstätte Breinbauer in Ottensheim bei Linz er setzt. Der Anschaffungspreis von 11.000 Kronen wurde durcli eine Sammlung aufgebracht, für die sich der damalige Bürgermeister Stoll und Oberlehrer Eppensteiner einsetzten. Bis auf die beiden ältesten Glodcen, die die Jahreszahl 1533 tragen und die daher nicht abgenom men wurden, sind alle anderen Glocken in den beiden Weltkriegen abgeliefert worden. 1919 erhielt die Kirche elektrische Beleuchtung. 1927 hat der Verschönerungsverein an der Ostseite der Kirche eine Gartenanlage mit Kreuzgitter geschaffen. 1931 wurden die ersten Kriegergedenktafeln beim Hau])teingangstor der Kirche angebracht. Von allen Renovierungen, die die Kirche in den letzten Jahrhunderten erfahren hat, ist die letzte, die 1959 bis 1960 vorgenommen wurde, die glücklichste. Pfarre, Gemeinde, Patronat und Bundesdenkmalamt haben zusammengeholfen, um dem Gotteshaus die schlichte und schöne Würde zu geben, die heute die Besucher entzückt. Es wurde alles auf geboten, um den einfachen Barockbau innen und außen als einen wah ren Mittelpunkt der Pfarre erstehen zu lassen. Die Bilder vom KremserSchmidt wurden vom Bundesdenkmalamt renoviert. Als Hochaltarbild wurde der hl. Andreas entfernt, da bereits 1900 ein neuer Hochaltar von Franz Schmalzt in Gröden geschnitzt worden war. Im Kircheninneren sind an den Längsseiten einige Grabtafeln an gebracht, die an alte Hammerherrengeschlechter erinnern. Sie tragen folgende Inschriften: 1. „Maria Constantia Fürst, Hammerfr. an Großbachleiten, geb. Müller, vermählt mit J. Matthä Fürst. Gest. 1807. Mutter der Armen, Stif terin der Kirche." 2. „Maria Josepha Pachmayrin, vermählt 1797 mit Seraphin Humel, Hammermeister allhier, gest. 1805."

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