Markt Göstling an der Ybbs

und damit dem Patronat des Hochstiftes Freising zugehörte. Damit war die durch Jahrhunderte fortdauernde Verbindung mit der Herrschaft Waidhofen an der Ybbs gegelien. Das Bistum Passau übte die geistliclie, das Hochstift Freising die weltliche Herrschaft über Göstling aus. Doch gab es auch manche Beziehungen zum benachbarten Be nediktinerstift Admont im Ennstal, die durch gemeinsame Grenzen im Raum von Mendling gegeben waren. ©fe Hirdje Die Kirche von Göstling ist zweifellos eine Gründung des Stiftes Seitenstetten. Sie wird zuerst wohl eine einfache Holzkirche gewesen sein, darin der Pfarrer von Hollenstein ab und zu eine hl. Messe las. Christenlehre hielt, taufte und das verrichtete, was zum religiösen Brauch zählte. Als mit zunehmender Besiedlung die Seelenzahl größer wurde, hat man eine Kirche aus Stein gebaut. I^eider ist nicht bekannt, wann das geschehen ist. Das westlich gelegene Eingangstor dieser alten Kirche ist noch erhalten und weist in Stein gemeißelt die Jahres zahl 1488 auf. In dieser Kirche war bis 1785 an einem Fenster das Wappen des Stiftes Seitenstetten zu sehen, das leider entfernt wurde. Aus den pfarrlichen Aufzeichnungen ist zu entnehmen, daß die Kirche gut ausgestattet war. Sie war vom x\nfang an dem hl. Andreas geweiht. 1596 wird eine Turmuhr erwähnt. Die beiden ältesten Glocken tragen die Jahreszahl 1533. In den folgenden Jahrhunderten kamen noch mehrere Glocken dazu, die dann leider dem ersten Weltkrieg zum Opfer fielen. 1665 wird ein neuer Sängerchor erwähnt und zwei Fah nen mit den Bildern des hl. Georg und des hl. Martin sowie neue Meß gewänder werden angeschafft. 1680 wird auf dem Hochaltar ein großes Frauenhild genannt. 1700 wird die Kirche für 1437 Seelen zu klein und man hilft sich durch den Einbau von Emporen. Aber diese Not lösungen genügen auf die Dauer nicht und es wird an eine gründliche Erweiterung der Kirche gedacht. I7I7 wird der berühmte Baumeister Josef Mungenast aus St. Pölten herbeigerufen, um Anweisungen wegen des Turmes und des Neugebäudes zu geben. Die Bauleitung erhielt Po lier Sulzbacher. 1718 wurde der achteckige Kirchturm weitgehend ab gebrochen und höher aufgebaut. 1762 bewilligte der Bischof von Passau, Josef Maria Graf Thun und Hohenstein, die Erweiterung der Pfarrkirche. Aber aus der Erweite rung wurde ein Neubau. Die tatsächliche Bauerlaubnis erteilte 1783 Fürstbischof Ludwig Josef Freiherr von Weiden, Passau. Der Neu bau begann 1785 und dauerte bis 1792. Die neue Kirche wurde dreimal so groß wie die alte. Diese wurde abgebrochen, viele ihrer Bestand teile wieder verwendet. Die neue Kirche wurde ein schlichter Barock-

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