Das Flachland war durch Kriegsstiirme stark entvölkert. Nachdem die karolingische Ostmark zum Schutzwall gegen die beutegierigen und un ruhigen Völker des Ostens geworden war, sorgten Markgrafen im Na men des Königs für Ordnung und Sicherheit und Gaugrafen haben die einzelnen Bezirke verwaltet. Das obere Ybbstal gehörte zur Grafschaft Ybbs. Aus Baj'ern, aber auch aus Franken und Schwaben wurden Sied ler in das entvölkerte Land gerufen und durch sie wurde auch das Ybbstal erst richtig besiedelt. Die Bezeichnungen Reit, Brand, Schlag und Gschwend haben in jener Zeit ihren Ursprung. Doch noch immer waren die Grenzen nach Osten bedroht und die meisten Gau- und Markgrafen fielen im Kampfe. Im Jahre 907 n. Chr. zog eine neue, furchtbare Gefahr für unsere Heimat herauf: das asia tische Reitervolk der Madjaren, das aus der Theißebene im beutigen Ungarn aufbrach und Tod und Verderben über die ganze Ostmark brachte. Sie besiegten in der Schlacht bei Preßburg den gesamten bay rischen Heerbann und dehnten in der Folge ihre Herrschaft bis an die Enns aus. Ihre Reiterscharen überfluteten in den folgenden Jahren plündernd und raubend Bayern und Schwaben. Erst 913 gelang es dem Bayernherzog Arnulf, die Madjaren am Inn entscheidend zu schlagen. Die Grenze verlief dann zwischen den Unterläufen von Ybbs und Erlaf. In den folgenden Jahrzehnten üherschritten die Madjaren immer wie der diese Grenze und drangen weit nach Westen vor. Doch 955 besiegte Kaiser Otto I. die Madjaren in der furchtbaren Schlacht auf dem Lechield endgültig, worauf die Ostmark neubegründet und befestigt und schließlicb Ostarichi, das Land im Osten, Österreich, genannt wurde. Damit war eine ruhige Entwicklung angebahnt, die dem ganzen Lande zugute kam. Graf Udalschalk von Stille und Heft gründete 1109 das Benediktiner stift Seitenstetten. 1185 hat Erzhischof Wichmann von Magdeburg als letzter Sproß dei' Grafen von Seeburg, die auch im Ybbstal reich be gütert waren, dem Stift Seitenstetten einen großen Teil seines Besitzes geschenkt. Mit den Klostergründungen hat die Besiedlung von Bayern und Franken her von neuem eingesetzt und die Urbarmachung begann auch in den Gebirgstälern, um fruchtbaren Boden unter den Pflug zu nehmen. ©er l^ante (ßöftUng Zum ersten Mal taucht der Ortsname 1218 als „Gestnik" auf, der sich im Laufe der Zeit verschieden abwandelt; 1305 in Gestnich, 1315 Gesting, 1316 Gestnik, 1336 Gcstnikch und Gestnik, 1340 Gestnick, 1476 Gesting. Während im 15. Jahrhundert die Bezeichnungen Gestnikch und Gastnykch aufscheinen, ändern sie sich 1576 in Gesting, 1597 in Gess-
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