Das Land Oberösterreich und seine Politiker

SCHLÄGL Bürgermeister Alois Gierlinger Bürgermeist,erStellvertreter Franz Kehrer Gründer des heutigen Prämonstratenser Stiftes Schlägl war Graf Kalhoch von Faltenstein, die Gründung selbst wurde vom ehemaligen Zisterzienserkloster Langheim in der Diözese Bamberg veranlaßt. Graf von Faltenstein berief 1209 die „Grauen Brüder" und schenkte ihnen einen Waldbezirk nördlich der großen Mühl. Die Brüder gerieten aber bald in bittere Not und kehrten ungesehen und nächtlich in das Kloster nach Langheim zurück. Graf Kalhoch von Faltenstein berief hierauf den Orden der Prämonstratenser, er nannte seine Stiftung „Schlag", aus diesem Wort entwickelte sich der Name Schlägl als Verkleinerungsform für einen Holzschlag. Im Mittelalter trat Schlägl nur wenig hervor. Martin Kreising ließ den Ort aus dem Schutt des 30jährigen Krieges wieder erstehen. Die Stiftskirche in Schlägl ist zum Teil gotisch gehalten. Sie ist in eine Mönchs- und Laienkirche geteilt . Das Klostergebäude selbst wurde nach den Plänen des kaiserlichen Baumeisters Markus Spatz in den Jahren 1627 bis 1650 errichtet. Das Wirken des Klosters war am Beginn auf reine Rodungsarbeiten begrenzt. Dem Wald mußte der Platz für die Märkte Aigen und Ullrichsberg samt ihren freundlichen Dörfern abgetrotzt werden. An diese Rodung schloß sich sozusagen die geistige Rodung an. Wirtschaftlich gesehen war Schlägl seit jeher auf den Wald eingestellt . Die Nützung des Waldes, auch Jagd. und Fischerei fand eine erfolgreiche Pflege. Schlägl wird auch als „Kloster v or dem Böhmerwald' ' bezeichnet. Die Prämonstratenserabtei liegt in einer f lach en Mulde. Immer im Laufe der r eichen Geschicht e fand das Ringen um den kargen Boden statt. Die höchste Form kultureller Leistung ist in der Stiftskirche ausgeformt. Baureste aus dem früheren Mittelalter kennzeichnen die Krypta. Der Innenraum fordert förmlich in seiner architektonischen Gestaltung zum Blick empor auf. Durch das Kirchentor betritt man die dreischiffige gotische Halle, 15 Stufen führen zum Chor. Die gotischen Gewölbeführungen sind von Frühbarock überzogen. Auch die Einrichtung hat einen barocken Charakter. Schmuckstücke besonderer Art sind die AltomonteSeitenaltäre. Der heimische Bildhauer Worath ist der Gestalt er der schönen Kanzel. Vom gleichen Künstler stammen auch das Chorgestühl und das Cho'rabschlußgi tter. Als Entstehungsjahr gilt 1634. Das Stift w eist besonder e Merkmale auf, die sich beim B eschauer des Innenraumes zu einem unvergeßlichen Erlebnis verdichten. Dem ernst wirkenden Langhaus i st das nördliche Seitensch i ff zugeordnet , das südliche Bauelemente aufwei st , das Mittelschif f wiederum entstammt einer noch f rüher en Bauperiode. Die sogenannte Mönchskirche setzt sich deutlich ab. Als Bauherr gilt Propst Andreas I. Ri eder , als Bauzeit werden di e Jahre v on 1626 bis 1630 a,igenommen. Di e Üb Przi ehung mit Stuckarbeiten wird den beiden M eist ern Jakob und Georg Kandl er zugeschrieben . Das Hochaltarbild gewinnt durch seine strahlende L euchtkraft. Es zeigt Marias Himmelfahrt . Der 1702 entstandene Altar wurde durch einen Brand vernichtet. Das Abschlußgitter erinnert an Oberösterr eich als ein Land der Eisenkunst. Zur Altarausstattung zählen noch der Kreuzaltar im Vorchor , der die Laienkirche von der Mönchskirche trennt. Die Ausstattung wird dem Schlägler Barockbildhauer Johann Worath zugeschrieben . Seine Art wird als klobig bezeichnet. Sie fußt ganz auf der Frühbarocktradition . Das Orgelgehäuse ist in einer barocken Wucht, gebändigt in d er Formstrenge des 17. Jahrhunderts. Vom südlichen Seitenschiff aus öffnet sich der Zu.gang zur St .-Veits-Kapelle, die spätgotischen Charakter aufweist. Vom Hochaltar führt der Weg zur Priestersakristei, zur Prälatensakristei und schließlich in den Kapitelsaal . Als Baumeister der Sakristeien sind Passibili Castelazzi und als Schöpfer des Kapitelsaales Cipriano Nove beurkundet. Die Schöpfer haben ihre Verbundenheit mit der italienischen Architektur dokumentiert . Südlich der Stiftskirche befinden sich Reste des alten Kreuzganges, der frühere Kapitelsaal wurde um 1630 zu einer Lorettokapelle umgebaut. 383

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