Ausstellungsorte 381 Garsten: „Die Bedeutung des Stiftes Carsten für die Eisenwurzen" Als 1985 das Stift Garsten zum Zentrum der oberösterreichischen Landesaus stellung „Kirche in Oberösterreich.200Jahre Bistum Linz"ausgewählt wurde,fand Garsten nach langem Dornröschenschlaf erstmals die ihm gebührende landes weite Würdigung als erstes und lange Zeit bedeutendstes Eigenkloster der steirischen Otakare, sowohl aus kirchenpolitischer und historischer als auch aus kunstgeschichtlicher Perspektive. Nach dem Tod des letzten Abtes Maurus Gordon (1764-1786) am 17. Dezember 1786 verweigerte die Regierung den 47 Kapitularen die Wahl eines neuen Vor stehers,und am 1. Mai1787 verlas Landrat Eibel vor dem versammelten Kapitel das Aufhebungsdekret Kaiser Josefs II. Damit endete die etwa 700jährige seelsorgliche und auch kulturgeschichtliche Bedeutung des Stiftes für die Region zwischen Enns und Steyr. Letztlich haben der Umfang der Schenkungen und die Zuordnung des Seelsorge bereiches durch den Bischofvon Passau nicht nur das kulturelle Erscheinungsbild, sondern auch das ökonomische und politische Zusammengehörigkeitsgefühl dieser Region gefördert und in die Wege geleitet. Es hieße, das historische Prozedere zu negieren,würde man das derzeit sich entwickelnde Bewußtsein einer zusammengehörenden Kulturregion auf rein wirtschaftliche Voraussetzungen zurückführen. Politische Zugehörigkeit war jahrhundertelang aufs engste und untrennbar auch mit einer geistigen und seelischen Einbettung in eine religiöse Gemeinschaft verknüpft. Der Mensch lebte nie „vom Brot allein". Mögen auch weltliche und geistliche Führer immer wieder - aus unterschied lichsten Motiven und oft auch sehr intensiv - gegeneinander Stellung bezogen haben,so empfand das einfache Volk bis zur Aufklärung und noch darüber hinaus doch beide als eine gemeinsam verantwortliche Instanz für das Wohl der Menschen. Die Vielfalt der dislozierten Ausstellungsräume in der Region PyhrnEisenwurzen und ihre unterschiedlichsten Schwerpunkte sollen den Besucher aber nie die gemeinsame geistige und kulturelle Klammer vergessen lassen: das Stift Garsten. Als in der Mistelbacher Synode 985-991 Bischof Pilgrim von Passau die seelsorgliche und pfarrliche Organisation nach den Ungarnkriegen und der siegreichen Schlacht auf dem Lechfeld 955 wieder ordnen wollte, wurden Siernlng, Schönering, Naarn, Linz und Krenglbach als bischöfllch-passauische „ecclesiae baptismales"angeführt, wobei die Pfarrzehente von Garstina (Garsten), Sapinihca (Sarming), Stirapurhc (Burg Steyr), Riuti (Reitergut bei Christkindl), Suammara (Schwamming), Wolfesvuanch (Wolfswenger/Wolfslehner bei Aschach), Tunzinesdorf (Tünsting) ausdrücklich noch als zur übergeordneten Taufkirche Sirnihca (Sierning) gehörig Barocker Prunkkelch mit drei Wappen medaillons(Email)am Fuß, Pfarramt Garsten
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