Land der Hämmer - Heimat Eisenwurzen

380 Ausstellungsorte Hipposandale =Pferdeschuh Ovilava traf sie die große, aus Italien über Aquileia kommende,den Alpenkamm überquerende Reichsstraße. Schon im 1. Jahrhundert n. Chr. hatte das italische, in Aquileia beheimatete Handelshaus der Barbier ein Kontor in Lauriacum eingerichtet. Dieses Handels haus betrieb auch eine Niederlassung im norischen Zentralort auf dem Kärntner Magdalensberg.Zwei der wichtigsten Handelsgüter dieser großen Ex- und Import firma waren Gold und eben Eisen (Roh- und Fertigprodukte). Seit weit über 100Jahren untersuchen Archäologen den Boden von Lorch und Enns und sammeln Aufschlüsse und Funde über und aus dem römischen Lauriacum. Unter diesen Funden fiel schon lange die große Anzahl von Eisengeräten und Waffen auf. Von ihrer Vielfalt zeugt die Dauerausstellung des römischen Zentralmuseums Lauriacum aufdem Hauptplatz von Enns.Viele nicht ausgestellte Eisenfunde werden in der Studiensammlung des Museums verwahrt. Eine Fülle anderer Eisenfunde wurden während der vergangenen fünfundzwanzig Jahre bei den verschiedensten Notgrabungen der Abteilung für Bodendenkmale des Bundesdenkmalamtes geborgen. Das Museum Lauriacum und das Bundesdenkmalamt haben aus der Menge dieses bisher noch nie gezeigten Materials während der OÖ. Landesausstellung 1998 im Museum Enns eine Sonderausstellung mit dem Titel „Römisches Eisen in Lauriacum" eingerichtet. Die gezeigten Eisengegenstände erschließen dem Besucher die große Palette römischer Eisenprodukte, die von Waffen (Helm bis Lanze) über Werkzeuge (Beil bis Maurerkelle),Schreibgerät(verschiedene Griffel formen), die Vielfalt des römischen Schlüssels bis hin zu den unterschiedlichsten Baubeschlägen und Nägeln reicht. Als Leitbild für diese Eisenausstellung wurde eine sogenannte „Pferdesandale", der Hufeisenersatz des Römers, gewählt, die im antiken Straßengraben der aus dem Ennstal nach Lauriacum führenden Römerstraße gefunden worden ist. In diesem Symbol,einer wohldurchdachten Eisenkonstruktion der römischen Antike, treffen sich die beiden Grundgedanken und Motive der diesjährigen Oberöster reichischen Landesausstellung: das Eisen und die Straße. Hansjörg UbI

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