Land der Hämmer - Heimat Eisenwurzen

376 Ausstellungsorte Zunftfahne der Mütlehnnung mittelproduktion verantwortlich. Die Eisenschmiede übten das„Mutterhandwerk" aller Eisenhandwerker aus. Die Beherrschung des Feuers und des Werkstoffes Eisen machte den Schmied zu einem der wichtigsten und höchstgeachteten Handwerker. Bei der Herstellung von Kutschen, Wagen und Rädern mußten alle drei Handwerker eng zusammenarbeiten. Kaum ein Handwerker konnte seinen Berufausüben,ohne Mitglied in seiner Zunft zu sein.Vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit übten die Zünfte strenge Regelung der Ausbildung und Berufsausübung,Marktaufteilung,Preisbildung aus,nahmen auch soziale Aufgaben wahr und übten teilweise autonome Gerichtsbarkeit aus. Die Zeichen dieser Macht waren Symbole (Zunfttruhe, Zunftordnung, Pokale, Zunft zeichen und -fahnen) und das reiche Brauchtum Qahrtagsumzüge,Gesellenkultur, Meistergesang). Der Einsatz der Wasserkraft und die Mühlentechnologie sind Beispiele dafür,daß auch im alten Handwerk mit technischer Innovation und Einfallsreichtum die Arbeitsabläufe erleichtert wurden. Handwerk und Innovation Uhren aus unterschiedlichen Epochen dienen als Symbole für den Wandel im Handwerk und leiten diesen Abschnitt ein. Prunkstück ist das große Turmuhrwerk der Pfarrkirche von Bad Hall. Schneider,Weber und Schuster galten als eher arme Handwerke. Deutlich wird das in der vollständig reproduzierten Handwerksordnung 1780 für die Schuster der „Haaler Zunft": Es wird beklagt, daß sich in „Haal" neun Schuhmachermeister befinden, wo doch sechs sich kaum „die nothwendige Nahrung verschaffen und ihre contributional und dominical Prästanda entrichten könnten",und gebeten,die restlichen Betriebe aussterben zu lassen. Die Flachs- und Wollgewinnung sowie die Vorbereitung für die Weberei waren typische Haushandwerke und wurden meist im Nebenerwerb und fast nur von Frauen betrieben. Der Rohstoff Holz ist Grundlage der Handwerke Drechsler, Tischler,Zimmermann, Spanschachtel- und Holzschindelmacher. Eine vollständige Tischlerwerkstatt aus dem 19. Jahrhundert ist als Modell gezeigt (Leihgabe des OÖ. Landesmuseums, Linz).Zahlreiche Konstruktionsmodelle verschiedener Dachstuhlformen vermitteln einen Eindruck von der Vielfalt der Kenntnisse und Fertigkeiten, über die der Zimmermann verfügen mußte. Handwerk im Bann von Industrie und Badebetrieb Der dritte Abschnitt widmet sich zunächstdem Strukturwandel vieler Handwerks berufe in Richtung Gewerbe, oft mit dienstleistendem Charakter. Mechanische Antriebe mittels Elektromotor und Transmission hielten in vielen Werkstätten Einzug und erleichterten die oft harten Arbeitsbedingungen. Die anstrengendste Arbeit des mittelalterlichen Bäckers, das Kneten des Brotteigs, wurde durch

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