Land der Hämmer - Heimat Eisenwurzen

Ausstellungsorte 375 Bad Hall: „Oberösterreichisches Handwerkermuseum" Das Handwerk hat in Bad Hall-dem früheren Markt Hall-eine seit Jahrhunderten bestehende Tradition. Am Ende des 16. Jahrhunderts war hier der Sitz von sieben Handwerkszünften-den „sieben rödlichen Zechen zu Haal": den Bäckern, Müllern, Schneidern, Schustern, Maurern und Steinmetzen, den Wagnern, Hufschmieden sowie den Webern.Vom 17. bis 19. Jahrhundert waren im Markt Hall in mehr als der Hälfte der Häuser Handwerksstuben untergebracht, die in bis zu 38 verschiedenen Bereichen tätig waren. Das zentrale Anliegen des Museums ist es, diese Tradition und Vielfalt zu bewahren, der Öffentlichkeit wissenschaftlich fundiert und gestaltet vorzustellen und konkrete Einsichten in die Arbeits- und Lebenswelt des Handwerks zu geben. Einzelne Handwerke und Gewerbe werden mit ganzen Werkstätten, Werkzeugen, Arbeitsabläufen sowie Rohmaterialien und Endprodukten vorgestellt. Darüber hinaus wird dem Besucher eine thematische Auseinandersetzung mit der Kulturund Sozialgeschichte des Handwerks geboten:die Lebensweise der Menschen,die Stellung der Frauen,einengende Vorschriften und Zwänge,technische Innovation und Energieeinsatz. Weiters werden die beherrschende Rolle der Zünfte, die vielfältigen Traditionen, Symbole, das reiche Brauchtum gezeigt sowie auch die Bestrebungen der staatlichen Autoritäten, Kontrolle über die Zünfte zu erlangen und deren relativ große Autonomie zu beschneiden, angesprochen. Vom 18. bis zum beginnenden 20.Jahrhundertführten nationale Wirtschaftspolitik,Industriali sierung und technischer Fortschritt zu einem Strukturwandel des Handwerks. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort Hall von einer Handwerkersiedlungzum Kurort; das hatte die Entstehung neuer Dienstleistungs gewerbe zur Folge. Die Ausstellung schließt mit jenem Erscheinungsbild, das der Begriff„Handwerk" in der Gegenwart bietet. Die Ausstellung umfaßt, in drei Hauptabschnitte gegliedert, den Zeitraum vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Handweric und Zünfte im Mittelalter Die für die Zeit vom Spätmittelalter bis zur beginnenden Neuzeit typischen Hand werksberufe, der dominierende Einfluß der Zunft, die Merkmale handwerklicher Arbeit und die Nutzung des technischen Fortschritts werden im ersten Abschnitt „Handwerk und Zünfte im Mittelalter" gezeigt. Die repräsentativen Landhandwerke - Schmied, Wagner und Sattler - waren für die Sicherung des Transportwesens sowie für die Erzeugung und Instandhaltung der Arbeitsgeräte für die Nahrungs-

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