Land der Hämmer - Heimat Eisenwurzen

Konzept, Gestaltung, Didaktik, Restaurierung 369 schadhaften Teile der Bretterwand an der Flußseite wurden ausgewechselt, im Inneren wurden zur Begehbarmachung für den Ausstellungsbereich über der seitlichen Beschlagbrücke Verstärkungen für die Tramdecke und eine Leitertreppe eingebaut. Ansonsten wurde der im wesentlichen auf der Adaptierung von 1827 basierende Zustand mit der - im rußgeschwärzten Inneren - erhaltenen Schmiedeeinrichtung belassen. Einen denkmalpflegerischen Schwerpunkt an der Eisenstraße stellte die Sanierung einiger Objekte des Trattenbacher Messerer-Ensembles dar: des Rameishammers, des Wegscheid- und des Brandstätterhauses mit ihren Werkstätten sowie der einst die Griffe der Feitel- oder Zauckerln herstellenden Drechslerei. Diese einstigen Werkstätten,Wohn- und Gesindehäuser bilden zusammen mit den auf die natürlichen Gegebenheiten des engen Tales bezogenen kulturtechnischen Bauten der Wehre und Dammbauten,der Fluter und Rückhaltebecken sowie dem typischen engen und gewundenen, dem Tal folgenden Straßenverlauf ein geschlossenes Ensemble der hier seit dem Spätmittelalter beheimateten Klein eisenindustrie. Trattenbach war bis in unser Jahrhundert ein wichtiges und florierendes Zentrum der Messerer und bekannt für seine Feitel- oder Zauckerlproduktion. Durch das allmähliche Ausklingen der Erzeugung und durch die Tatsache, daß eine Umstrukturierung auf andere Produktionsschienen - wenige gelungene Beispiele ausgenommen - nicht erfolgte, blieben viele der Objekte weitgehend unverändert erhalten.Ziel der Sanierung war auch hier die Bewahrung dieses authentischen, von Gebrauchs- und Alterungsspuren gekennzeichneten Zustandes. Begünstigt wurden diese Vorgaben dadurch, daß die für die Landes ausstellung vorgesehenen Objekte vom Kulturverein Ternberg-Trattenbach erworben wurden und eine Nachnutzung in Form einer lebendigen musealen Präsentation auch für die Zeit nach der Landesausstellung vorgesehen ist. Dadurch war es möglich,die Sanierung auf die Reparatur zu beschränken und von Eingriffen in die Substanz vollkommen abzusehen. Dies ist nicht zuletzt der sensiblen Planung und Bauleitung der Baumeister und dem von modernen, auf Wärmedämmung, Schallschutz etc. ausgerichteten Methoden der Sanierung unberührten Vorgehen der Ausführenden, einer Arbeitslosen-Projektgruppe des Vereines Spektrum, zu verdanken. Dadurch konnten adäquate Maßnahmen wie Kalktechnik für Putzsanierung und Anstrich, Verwendung von Altmaterial, traditionelle Behandlung der Fenster, Böden etc. reibungslos durchgesetzt werden. Wenn ein Lösungsmodus der rechtlichen und organisatorischen Fragen hinsichtlich einer solchen Art der Zusammenarbeit gefunden werden könnte,ergäben sich für zahlreiche, bislang an der Finanzierung scheiternde, denkmalpflegerische Sanierungen zweifellos effektive und kostengünstige Durchführungsmöglich keiten. Für die Mitarbeiter eines solchen Projekts ergäben sich auch hinsichtlich ihrer Eingliederung in die Arbeitswelt auf diesem Gebiet gute Möglichkeiten. Auch am Kalkbrennofen in Steinbach am Ziehberg wurden unter großem Einsatz des lokalen Vereines die Sanierungsarbeiten durchgeführt. Nachdem das Ziegel mauerwerk des Schlots maurermäßig saniert wurde, ist gemäß dem ursprüng lichen Bestand der Förderturm in Flolzständerkonstruktion errichtet worden; die Außenmauern der ebenfalls rekonstruierten Nebengebäude wurden mit Bruch stein verkleidet bzw. in Fachwerkbauweise hergestellt. Erfreulich ist, daß für die Die restaurierte Drechslerei in Trattenbach

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