Land der Hämmer - Heimat Eisenwurzen

Konzept, Gestaltung, Didaktik, Restaurierung 367 auch für die denkmalgerechte Sanierung erforderlichen Unterschutzstellungsverfahren eingeleitet. Diese systematische und topographische Erfassung ermöglicht eine umfassende Kenntnis der Denkmäler, ihrer Dichte und ihrer regionalen Besonderheiten. Diese liegen im Bereich der Eisenstraße neben einer großen Zahl technischer Denkmäler, die von der kleinen Nagelschmiede bis zum Ennskraftwerk reichen, in der Dichte denkmalwertiger ländlicher Bauten wie Bauernhöfe,deren Hausstöcke ins Spätmittelalter zurückreichen und vielfach mit Sgraffitodekorationen versehen sind, Preß- und Dörrhäuser, aber auch einer großen Zahl von Kombinationen beider Kategorien wie Bauernmühlen oder im Stadel eingerichtete Schleifereien. Feudale Gestaltungsformen werden von den Hammerschlösseln und Herrenhäusern der wohlhabenden Hammerherren aufgenommen. Ausstattungsdetails wie Fensterkörbe, Griffe und Türbeschläge zeugen von der hohen Handwerkskunst der Besitzer. Das wohl eindrucksvollste Beispiel der Schmiedeeisenkunst unserer Region ist das vom stiftlichen Hofschmied Andreas Ferdinand Lindermayr 1728-1734 geschaffene, prächtige Abschlußgitter der ehemaligen Stiftskirche von Spital am Pyhrn. Für die Sanierung der Ausstellungsobjekte wurden in Zusammenarbeit mit den Besitzern, Objekterhaltern und den für die jeweiligen Ausstellungsprojekte zuständigen Stellen und Vereinen Maßnahmenkonzepte für eine denkmaladäquate Sanierung erstellt. An der Durchführung selbst wurde fachlich beratend als auch mit Mitteln aus dem Denkmalpflegebudget des Bundes finanziell unterstützend mitgewirkt. In den meisten Fällen konnten befriedigende Ergebnisse erzielt werden, was neben dem engagierten Einsatz der lokalen Vereine auch einem zunehmend hohen Maß an Sensibiltät für die Authentizität des Denkmals,seiner Alters- und Gebrauchsspuren sowie für die denkmalpflegerischen Methoden zur Bewahrung dieser Werte zu verdanken ist. Den ersten wesentlichen, in eine breitere Öffentlichkeit wirkenden Anstoß für die Bewußtmachung der Bedeutung derartiger kultureller Bedeutungsträger und struktureller Zusammenhänge sowie der angesprochenen Werte löste die Diskussion um die Erhaltung des Wehrgrabens in Steyrdorf aus, die zu einem Bewußtseinswandel und zur Unterschutzstellung dieses gewachsenen Wohn-, Gewerbe- und Industrieensemblesführte,deren historische Voraussetzung,die bis ins Spätmittelalter zurückverfolgbare Eisenerzeugung, die vielschichtige wirt schaftsgeschichtliche Struktur und ihre jahrhundertelange Entwicklung begründete,die sich in diesem Unikaten Baubestand widerspiegelt.Im Gegensatz zur repräsentativen Zone - des Bereiches zwischen Schloß Lemberg und der Pfarrkirche mit dem prominenten Stadtplatz-der Eisenstadt Steyr, deren reicher Althausbestand ja als Ganzes ein außerordentliches Stadtdenkmal darstellt, ist der Stadtteil Steyrdorf-Wehrgraben-Wieserfeld seit der Stillegung der Produktions stätten hinsichtlich seines Erhaltungszustandes in einen Dornröschenschlaf verfallen. Hier waren in den letzten Jahrzehnten auf Grund der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse kein gesteigerter Veränderungsdruck und Moderni sierungsanspruch gegeben. Gerade diese Voraussetzungen ermöglichten die „authentische Erhaltung", nämlich den von Gebrauchs- und Alterungsspuren gekennzeichneten überkommenen,zweifellos ästhetisch und malerisch wirkenden Zustand, der für die Denkmalpflege die Prämisse des minimierten, auf Reparatur

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