366 Konzept, Gestaltung, Didaktik, Restaurierung Denkmalpflege an der Eisenstraße im Hinblick auf die Oberösterreichische Landesausstellung „Land der Hämmer" von Wolfgang Huber Die heurige Oberösterreichische Landesausstellung stellt auf Grund ihrer dezen tralen Struktur auch an die staatliche Denkmalpflege eigene Anforderungen. Dieses - an Stelle der bisherigen, in herkömmlicher Weise konzipierten, repräsentativen Großausstellungen-auf die Region Pyhrn-Eisenwurzen ausgerichtete Projekt stellt das kulturlandschaftllche Großensemble selbst aus, sozusagen im Maßstab i:i, wobei die inhaltlichen Voraussetzungen in der Region selbst gegeben, von ihren topographischen und historischen Voraussetzungen bedingt sind. Namensgebend und identitätsstiftend ist die ökonomische Basis, das Eisen. Der Transport vom steirischen Erzberg über die Eisenstraßen zu den Verarbeitungs stätten des Materials,die verschiedenen Werkstätten,die Hämmer mit ihren Flutern, die Schleifereien und Nagelschmieden und die späteren Industrien,die Versorgungs einrichtungen mit den Wohnstätten der Arbeiter, aber auch die oft schloßähnlichen Herrenhäuser der „Schwarzen Grafen" und die repräsentativen Stadthäuser der wohlhabenden Verleger sowie die kulturtechnischen Bauten von Wehren, Kanälen und Turbinenhäusern ließen eine spezifische Denkmallandschaft entstehen, deren Objekte landläufig als „technische Denkmale" kategorisiert werden. Wie die denkmalpflegerische Betreuung lehrte, sind die gängigen Denkmaltypen im kuturlandschaftlichen Verständnis jedoch nicht voneinander zu trennen: ein Sensenschmiedensemble besteht aus Produktionsstätten und Magazinen,Wohnhäusern,landwirt schaftlichen Bauten, der Gärtnerei, Grünanlagen, einem ausgeklügelten, auf die natürlichen Gegebenheiten bezogenen Wehr- und Flutersystem,Straßen,Wegen und vielem mehr. Diese Aufreihung läßt sich analog auf die gesamte Region übertragen und erweitern: Die stattlichen Forsthuben,forstwirtschaftliche Verwaltungssitze der Grundherrschaft, sorgten mit den angeschlossenen Forsthäusern für die Deckung des großen Bedarfs der Region an Holz und Holzkohle, die Nachfrage nach den agrarischen Produkten befriedigten die Bauernhöfe, denen vielfach eine eigene Schmiede oder Schleiferei angeschlossen war. Zu beachten sind auch die von den topographischen Verhältnissen bedingten, von der Wasserkraft der Flüsse und Bäche abhängigen Produktionsstrukturen: die teilweise bis ins 20. jahrhundert bestehende Kleineisenerzeugung in den engen Tälern wie dem des Trattenbachtales, andererseits die großzügig angelegten Sensenwerke der Kichdorf-Micheldorfer Innung im breiteren Krems- oder Almtal. Diese ökonomisch und sozial differenten Komponenten bedingen auch differente bauliche Formen und Ausgestaltungen. Die authentische Erhaltung dieser Variabilität im Konnex des kulturlandschaftlichen Raumes ist Aufgabe der Denkmalpflege. Dazu wurden im Rahmen der laufenden, für die denkmalgerechte Erhaltung notwendigen Unterschutzstellungstätigkeit der Denkmalbestand erhoben und die
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