Land der Hämmer - Heimat Eisenwurzen

Konzept, Gestaltung, Didaktik, Restaurierung 365 schlössen. Die Entscheidung, welche und wie viele Informationen abgerufen werden, wird individuell vom Besucher getroffen. Im zweiten Stock ermöglicht die Besucherwerkstatt den Besucherinnen haptische und sinnliche Erfahrungen mit dem Material Eisen. Die Gestaltung der Besucherwerkstätte vermeidet bewußt,eine reale Eisenwerkstätte zu simulieren und zusätzliche Inhaltsvermittlung zum Thema Eisen und Metall einzubringen. Primär wird den Besucherinnen die Möglichkeit geboten, Inhalte, die im Rahmen der Ausstellung erfahren wurden - von der Geschichte des Eisens bis hin zu Produktionsmöglichkeiten und Produktpaletten -, in direktem Kontakt mit dem Material umzusetzen und zu verarbeiten. Dabei gilt es, die Möglichkeiten und Grenzen, die das Material bietet, eigenständig praktisch anzuwenden. Besucherinnen „be-greifen" im wahrsten Sinn des Wortes das Material Eisen. Es gilt,selbst Hand anzulegen und aus der passiven Position des Betrachters heraus zutreten. Die ständige Betreuung durch eine Person, die einen zentral angelegten Arbeitsplatz hat und selbst eigene Metallprodukte herstellt, macht die Besucher werkstätte zu einem belebten und kommunikativen Bereich innerhalb der Aus stellung. Im Rahmen des Ausstellungsrundgangs werden Zusatzobjekte als ErschliessungsHiLFEN für die Besucherinnen eingesetzt. Dem Exponat sind Objekte zugeordnet,die Hintergrundinformationen liefern.So können aufeinen Blick komplexe Zusammen hänge erfaßt werden wie etwa die Verdeutlichung der notwendigen Produktions schritte, um aus Roherz ein Produkt entstehen zu lassen. Ausgewählte Objekte,die in Zusammenhang mit der Figur des Schmiedes stehen, werden durch speziell erstellte Texte gekennzeichnet und bieten jungen Besucherinnen die Möglichkeit zu einem eigenen Ausstellungsrundgang. Für Schulklassen wurden zielgruppenspezifische, aktionsorientierte Vermittlungs programme entwickelt. Der Ausstellungsbesuch ermöglicht Schülerinnen Erlebnisse und Erfahrungen an gegenständlichem,sinnlichem und experimentellem Lernen, wie sie der Unterricht nicht bieten kann. Im Vordergrund stehen Erfahrung und Lebenswirklichkeit der Schülerinnen. Die Ausstellung dient als Ort der Auseinandersetzung, des Wiedererkennens, der Begegnung mit der eigenen Kultur und Vergangenheit.Aufgabe der Vermittlung ist es, diese Auseinandersetzung in Gang zu bringen und Erfahrungen und Erkennt nisse zu vertiefen und zu intensivieren. Die Schülerinnen können selbst aktiv werden, Neugierde entwickeln. Neues entdecken und Querverbindungen zu über geordneten Zusammenhängen herstellen. Es wurden aktionsorientierte, zielgruppenspezifische Vermittlungsprogramme für Volksschulen, Hauptschulen und allgemeinbildende höhere Schulen mit den Schwerpunkten Eisenproduktion, Metallprodukte, Schmied und Kunst entwickelt. Grundsätzlich wird bei allen Programmen mit maximal 15 Schülerinnen gearbeitet, um eine intensive Auseinandersetzung und Betreuung zu gewährleisten.Im Wechsel von Kleingruppenarbeit und gemeinsamer Diskussion in der Gesamtgruppe werden die Inhalte selbständig angeeignet. Zur Vor- und Nachbereitung des Ausstellungsbesuches im Unterricht wurden Arbeitsblatter für Hauptschulen und allgemeinbildende höhere Schulen entwickelt. Zur Ausstellung erscheint auch ein Juniorkatalog.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2