Ingeborg Krenn - Häuserchronik der Altstadt Steyr

Laune diese Majestätsbeleidigung zugefügt und den sonst ganz löwenartig Aussehenden auf Grund seiner starken Unterlebensgröße zum Hund gestempelt.25 Das sehr schmale Gässchen, das, wahrscheinlich aus einer Reiche entstanden, auf kürzestem Weg den Höhenunterschied Berggasse — Stadtplatz überwindet, erhielt seinen Namen zweimal von den Besitzern des Bummerlhauses; Ettingergässel und Mayrgässel, heute Mayrstiege. Die Bezeichnungen „Gässel“ ist wohl etwas irreführend, denn es ist kaum anzunehmen, dass dieser Höhenunterschied zumindest im oberen Teil, jemals anders als durch eine Stiege überwunden werden konnte. 1 Preuenhuber, S. 151/152 u. 217: Hannß Prantstetter, Sohn des Georg und der Appolonia, „der reiche Prandtstetter“ genannt, war Bgm. 1514, gest. 1521; 1. HF Margareth geb. Traindtin, 2. Anna geb. Paumgartnerin. Er hatte allein schon 6 Häuser in der Stadt samt dem Stadt-Bad, in Steyrdorf ebenso, darum hat man vom kaiserlichen Hof aus seinen Töchtern nachgestellt. Sein Sohn aus erster Ehe Hannß, Bg. zu Steyr, starb 1536, seine HF Elisabeth geb. Kämserin von und zu Klingenberg heiratete hernach Hannß Otten den jüngeren zu Ulm. — Pantz, Gewerken, S. 249: Anna war die Tochter des Sigmund Paumgartner, Waldmeister für Inner- und Vordernberg. — Bgr.-Verl. 3675/1502; Maximilian empfiehlt dem Bgm., Richter und Rat der Stadt Steyr die Aufnahme Hanns Prandtstetters als Bürger. 19.8.1502. — Test. d. Hanns Prandtstetter v. 24.2.1521; vermacht seinem Sohn Hanns die „Behausung zu Steir, darin ich aniezo heüslich siz“ und seiner HF in derselben Behausung „das zymer, Stuben vnd khamer vnd an den zugeaignet gemechten, zu nechst der cappellen“. 2 Preuenhuber, ebda. 3 StB 1543, Bl. 6. 4 StB 1567, Bl. 7'. — Fam.-Gesch. siehe H. 61. 5 StB 1597, Bl. 10'. 6 Verl.-Inv: Abh. nach „Nicolaj Frizler von Ober vnd Vnnder Huetthoffen“ v. 13.12.1643. Die Behausung „am Plaz zwischen Ihro Gnaden Herrn von Sprinzenstain vnd Hannas Andreen Zollitstch Heusern ligendt“ wird auf 2000 fl geschätzt. Urkunden: Frizlers Geburtsbrief v. 24.10.1616, Nobilitierung durch Ks. Ferdinand II., Prag 11.10.1624, und „der Khauffbrieff vmb vorbegriffene Frizlerische Behausung am Plaz v. 25.6.1617“ — RP 1620/134/14.8.: Im Zuge der Vorbereitungen zur Einquartierung des bairischen Volkes wird das Frizlerische Haus als Quartierhaus bestimmt. — Pritz, Steyr II, S. 532: Am 29.1.1625 wurde durch die Kommissäre (Grafen von Herberstorff und den Abt von Göttweig) eine neue Besetzung der Ämter vorgenommen, Frizler wurde Stadtrichter, Johann Mayr, Schwager Zetl, Bgm. — Pantz, Gewerken, S. 194: 1626 (nach dem Bauernaufstand) neuerdings ins Stadtrichteramt eingesetzt, 1628 erhielt er den ks. Ratstitel. — War Bgm. 1627, 1628, 1650-1657. — Totenreg. II: gest. 26.9.1645 an der Dörre, 69 Jahre alt. 7 StB 1648, S. 10. — StB 1651, Nr. 46: „277 fl, 2 ß, 12 d obrtgkhaitliche Gföll darauf. Ist zümblich pauvöllig vnnd darbey dise Beysorg, daz es von der Frizlerischen Witib ganz ruiniert werden würdt“. 8 Beichtreg. 1652, Nr. 89. 9 H.-Beschr. 1669, Nr. 18: aufrecht und bewohnt. 10 StB 1694, S. 12. — StB 1735, Nr. 47. — Test. d. Daniel und der Maria Elisabetha Ettinger v. 16.7.1748. Sie verkaufen ihre Behausung samt Wirtsgerechtigkeit an Joseph Sommerhueber und seine Braut Anna Maria geb. Ettingerin. 11 Ther. Rekt. Nr. 42: 1748 2000 fl. — StB 1755. — RP 1749/102'/21.5.: Bg.-Eid. — GB 1775, Bl. 41. 12 GB 1773. — Inst. II/148; Kauf-V. v. 20.2.1783, Übergabetag 1.4.1783, 4000 fl und 30 DK LK. Mag.-Bew. 15.5. Bgr.-Erstreckung. 13 Inst. III/7 u. Satz-B. I/796: Kauf-V. v. 2.6.1788. Mayr war Stiftskellner zu Garsten, Übergabe in 1/4 Jahr. Mag.- Bew. 7.6.1788. Bgr. gegen 12 fl Bg.-Geld. — GB 1833, Bgn. 101, dem alle weiteren Besitzer entnommen sind. 14 Gew.-B. III/125: Heirats-V. v. 7.5.1810. Mag.-Bew. 7.11.1818. 15 Gew. B, V/841-844: Einantw. v. 7.5.1838 = Mag.-Bew. Todf.-Abh. v. 29.12.1857 nach Johann Georg gest. 16.6.1857. 16 Gew.-B. VI/932-935: Kauf-V. v. 21.1.1845, Haus samt Gärtl und Stadl in der Schönau 6800 fl. Übergabetag 28.1.1845. Mag.-Bew. 12.2.1845. 17 Einantw. v. 6.10.1869/Nr. 2659. Mag.-Bew. 24.11.1869. 18 Übergabs-V. und Ehepakte v. 24.10.1874. Trauschein v. 30.10.1874. Anna Maria geb. in der Pfarre St. Martin in Preßburg. 19 Verz.d.GE. 1851. 20 Harter , Bummerlhaus. 21 Preuenhuber, S. 176. 22 Riehl, Baukunst in Öst. I, S. 197. 23 Garber, Kunsthistor. Würdigung Steyrs, S. 87. 24 Harter, ebda. 25 Reitter, Wirtshausschilder, S. 52.

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