Oberösterreich aktuell Die in der österreichischen Pharmaziegeschichte bekannte Weinberger Schioßapotheke, begründet um 1700 von Maria Franziska Gräfin von Thürheim, befand sich bis 1952 in Schioß Weinberg, jetzt kostbares Schauobjekt im Linzer Schioßmuseum, für die Zeit der bö. Landesaussteiiung 1988 wurde sie wieder am Ursprungspiatz aufgesteiit. „Die Apotheke ist mit den vorhandenen Originalregalen, Stand gefäßen aus Keramik, Gias und Hoiz, den Laborgeräten und dem dazugehörigen Rezepturtisch mit insgesamt ca. 200 Einzelteilen noch ziemlich voilständig erhalten." (Schloßmuseum Linz. Führer durch die Sammiungen 1978, S. 157). — Foto: Franz Gangl wobei vor allem lokale Rohstoffe verarbeitet wurden. So werden uns Fotos, Modelle und verschiedene Geräte von der Steinbearbei tung, der Glaserzeugung sowie der Flachs gewinnung und damit in Zusammenhang von der Leinenerzeugung berichten. Die mit Flachs und Leinen verknüpften Arbeitsver richtungen und Handfertigkeiten sollen von der kultivierten Pflanze über Ernte- und Auf bereitungsmethoden bis zum fertigen Lei nenstoff gezeigt werden. Dabei geht es auch um einen Vergleich der arbeitsaufwendigen Produktion in vergangener Zeit mit den zeit gemäßen Methoden durch einen entspre chenden Maschineneinsatz. Natürlich ist der ursprünglich weitverbreiteten Handweberei ein Kapitel gewidmet. Ebenso vorgeführt wird die Weiterverarbeitung durch Färben und Be drucken, die hin zu den althergebrachten und heute wieder aktuellen, ja kostbaren Mühlviertler Blaudruckstoffen und schließlich zu den landschaftsgebundenen Kleidern füh ren. Schließlich kann man sich an qualitäts vollen Werken der Hinterglasmalerei erfreu en. Der Besucher soll jedoch nicht beim Blick in die Vergangenheit verharren müssen, son dern sich auch mit der modernen wirtschaftli chen Entwicklung samt ihren Vor- und Nach teilen beschäftigen können. Zur Verlebendigung einzelner Themen wer den wiederum die Literatur und die Musik herangezogen. So soll die Kultur der Klöster mit sieht- und hörbaren Beispielen des Gre gorianischen Chorals erlebbar gemacht wer den. Von selten der Literatur wird man auf den wenig bekannten Johannes Kharres hin weisen, der in Freistadt die Tradition der Mei stersinger pflegte. Die Landesausstellung will schließlich in ein zelnen Räumlichkeiten des zweiten und vor allem des dritten Stockes den Gedanken von der Bedeutung des Mühlviertels in der Kunst weiterspinnen. Die mittelalterliche Architek tur findet dabei ebenso Berücksichtigung wie die von ihrem Rang her beachtliche Plastik und die Malerei dieser Zeit. Neben wichtigen Einzelfiguren gilt das Interesse den Flügelal tären, die zwischen den einzelnen Sparten der bildenden Kunst eine besondere Mittel stellung einnehmen. Ein Hauptanliegen dieses Kapitels wird die Betrachtung des Kefermarkter Altares, die Erörterung der Frage seines Meister bzw. seiner Meister und die weitgespannte Ausstrahlung der für ihn zu ständigen Werkstätten sein. Da sich mit diesen Fragen auch das geplante Symposion beschäftigen wird, soll die Plastik weniger durch bekannte Beispiele aus dem im Mühl viertel vorhandenen Bestand repräsentiert werden, als durch Werke, die wohl aus dem Mühlviertel stammen, sich aber in ausländi schen Museen befinden. Von der mittelalterli chen Wand-, Tafel- und Glasmalerei kann in erster Linie nur die Tafelmalerei durch einige Beispiele verdeutlicht werden, im übrigen müssen Fotos bzw. Dias herangezogen wer den. Dem Besucher ist außerdem zu raten, sich einzelne nicht gezeigte Werke an Ort und Stelle anzuschauen. Aus Raumgründen und aus Gründen des Vergleichs werden den gotischen Leihgaben solche aus der Neugo tik gegenübergestellt. Aber auch aus dem Mühlviertel stammende Werke der sakralen und profanen Kunst des Biedermeier und des Jugendstils sind in der Ausstellung zu finden. Wir erhalten ferner Einblick in die Kultur und Kunst des Adels. Im Mittelpunkt dieses klei nen Abschnittes wird das Schloß Weinberg stehen, für dessen frühere Geschichte die Apotheke, das Schachspiel, verschiedene Portraits der Thürheimer, das Erblandfalkenmeisterzeug des Grafen Christoph Wil helm I., Thürheim sowie Original-Prägestöcke und Abschläge aus dem Bestand des Gberst-Erblandmünzmeisteramtes, das län gere Zeit hindurch in der Inhaberschaft der II t t Ii I I .<1' Heimische Wasserkraftwerke liefern umweltfreundlichen Strom Im Bild das Funktionsmodell des Ennskraftwerkes Garsten-St. Ulrich, welches neben anderen interessanten Ausstellungsstücken im Ennsmuseum Weyer zu sehen ist.
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