Oberösterreich, 38. Jahrgang, Heft 1, 1988

Oberosterreich aktuell '■ftsmirmmm i ÄasissJ it ..I.. ...4 S y, I -; rm i • • is r ■■'■ ■ 'i .■ le ^4 r ' jf-' »t r' jir: .::M ■iF ■ sehen Liederhandschrift durch Dias und Ob jekte an Dietmar von Aist erinnert; die musi kalische Sparte ist durch Musikinstrumente und Notenbeispiele aus dieser Zeit vertreten und vermittelt Minnesang-Hörbeispiele, dar geboten von einer Mühlviertier Band. Die Kunsthistoriker wiederum stellen Zeugnisse der Romanik vor, wobei das Interesse sicher lich auch auf ein in letzter Zeit in Baumgar tenberg gefundene Architekturfragment fäiit. Eindrucksvolle Objekte und Dokumente markieren auch den weiteren Weg der Ge schichte des Mühlvierteis: die Zeit der Hussi tenkriege, die Periode der Reformation und Gegenreformation, der Bauernkriege und des 30jährigen Krieges, die Franzosenzeit, die Ära Metternich und ais besonderes Bei spiel daraus die Lebensgeschichte des Jo hann Michael Huemer vom Kalchgrubergut in Eimberg, der als Bauernadvokat auf seine Art Widerstand gegen die willküriiche und von ihm ais gesetzwidrig bezeichnete Be handlung des Bauern durch die Herrschaften leistete. Schiießiich steht das 20. Jahrhundert zur Diskussion, in dem das Mühlviertel mehr fach von den Wellen größerer politischer Er schütterungen erfaßt wurde. Man denke an die endgültige Grenzziehung zwischen Böh men und Deutsch-Österreich nach dem er sten Weltkrieg, an den Bürgerkrieg von 1934 und den Einfall von nach Bayern geflüchteter Nationalsozialisten ins obere Mühlviertel, vor allem aber an den zweiten Weltkrieg und an die anschließende zehnjährige Besatzungs zeit. Von Wien abgesehen, war ja Oberöster reich das einzige Bundesland mit einer mehr fachen Besatzung. Modelle, Dioramen und Originaibeispiele sol len den Besucher daran erinnern, daß die Pferdeeisenbahn, die ab 1832 von Linz nach Budweis führte, die erste Überlandbahn des Kontinents war. Diese Errungenschaft kann als wesentlicher Beitrag des 19. Jahrhunderts zur Verkehrserschließung angesehen wer den, die vor allem auch dem donauüber schreitenden Transport von Waren aller Art, insbesondere von Salz, zugute kam. Folgerichtig leitet die Ausstellung zur Be trachtung der wirtschaftlichen Entwicklung im Mühlviertel über. Die Wirtschaft war bis ins 19. Jahrhundert stark auf die Landwirtschaft ausgerichtet. Daneben gab es jedoch stets auch eine vieiseitige gewerbliche Tätigkeit,

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