Mitglieder und Freunde der Mühiviertler Künstlergiide bei einer Geburtstagsfeier im Jahr 1971 in Urfahr. Stehend die Maier Woifram Mold und Professor Josef Schnetzer, der damalige Leiter des Adaibert-Stifter-Institutes Dr. Alois Großschopf, der Fiimer Professor Peter Puluj, der Metaiipiastiker Hochschuiprofessor Helmuth Gsöiipointner, vor ihm die Schriftstellerin Henriette Haiii. Hockend Hochschulprofessor Erich Buchegger, der damalige Präsident der Giide Dr. Franz Kiesenhofer, Bildhauer Max Stockenhuber. Liegend Professor Ernst Baiiuf und Peter Ratzenböck. Foto 1971 von Ernst Reifenauer. — Repro: Foto Fleischmann Brücke in die Zukunft Zwei bedeutende Ereignisse für die Mühi viertler Künstlergiide ereigneten sich 1961. Die Zeitschrift „Mühiviertler Heimatblätter" wurde gegründet und im Landesmuseum Linz war zwei Monate lang eine Gruppenaus stellung der bildenden Künstler der MKG zu sehen; „Die Mühiviertler Künstlergiide, welche seit Jahren auch im OÖ. Volksbildungswerk heimatpflegerisch tätig ist, formuliert ihre künst lerischen Vorstellungen nicht in einseitig fixierten, geschmacklichen Richtlinien. Beharrsamkeit aus echtem Bedürfnis darf frei lich nicht übersehen lassen, daß ein bloß wie derholtes Abschreiben alter Formen — seien diese nun Hochkunst oder Folklore — nur zu unerfreulichen Stilverschleppungen führt. Es bedarf da schon viel stärkerer schöpferischer Impulse und einer Umformung, die einer Neuschöpfung gleichkommt oder diese we nigstens ahnen läßt."® Schon in den vergangenen sechs Jahren seit der Gründung machten Gruppenausstellun gen auf die Vereinigung aus dem Mühlviertel aufmerksam. Von Jahr zu Jahr stieg die Mit gliederzahl an, 1961 sind es 32 bildende Künstler, die der MKG angehören. Einige da von sind auch Mitglieder des OÖ. Kunstverei nes und viele gehören der Berufsvereinigung der bildenden Künstler an. Von der Presse wird die junge Kunstvereinigung MKG noch nicht sehr ernst genommen. So werden die Werke von Franz Glaubacker oder Matthäus Fellinger in einer Ausstellung des Kunstverei nes eingehend beschrieben, in einer MKGAusteilung ein Monat zuvor im selben Jahr je doch kaum erwähnt.® „Mühiviertler Heimatblätter" Interessiert an bildender Kunst, finden auch Kunsthistoriker und Heimatkundler sowie Schriftsteller und Musiker zur Mühiviertler Künstlergiide. Benno Ulm und das Ehepaar Friedrich und Hertha Schober sind mitbe stimmend bei der Herausgabe der „Mühi viertler Heimatblätter", von denen im Grün dungjahr 1961 sechs Hefte erscheinen. Rudolf Pfann ist als Schriftleiter tätig: „ . . . dem Mühlviertel, seiner Geschichte, Kunstgeschichte und seinem Volkstum zu dienen. Darüber hinaus umfaßt die Thematik der Zeitschrift wie bisher Literatur, bildende Kunst (im besonderen die der MKG-Mitglieder), Heimatpflege und Belange des Frem denverkehrs."^ — „Die Tradition wird immer dann stärker betont sein, wenn alle Sparten der MKG in den ,Heimatblättern' vertreten sind, insbesondere auch die historischen und volkskundlichen Zweige. Die Aufgabenstel lung wird immer eine doppelte sein müssen: den Blick nach innen und außen zu wenden, zu bewahren und weiter zu entwickeln. Welt offen sein, aber nicht heimatlos, landschaftsverbunden, aber nicht abgekapselt."® Frisches Grün am alten Stamm Sind es in den Anfangsjahren der Mühiviert ler Künstlergiide ausschließlich im Mühlvier tel mit Urfahr lebende Künstler, die der Verei nigung angehören, nimmt man nach und nach auch solche auf, die zumindest im Mühlviertel geboren sind. Erst in den späten sechziger Jahren werden ebenso Künstler als Mitglieder aufgenommen, die südlich der Donau leben, sich aber mit dem Mühlviertel verbunden fühlen. Nach den Gründungspräsidenten Franz Zülow bzw. Heinrich Haider, dem Schriftsteller Otto Guem, der Historikerin Hertha SchoberAwecker wird im Jahre 1972 der Wirtschafts manager Franz Kiesenhofer Präsident der Mühiviertler Künstlergiide: „Ich bin fest davon überzeugt, daß es uns nur in gemeinsamer, zielstrebiger Arbeit gelingen kann, unserer Künstlergemeinschaft den ihr gebührenden Platz im Kulturleben des Landes zu verschaf fen .. . Dazu ist es (auch) erforderlich, offen zu bleiben und junge erfolgversprechende Talente anzusprechen, zur Mitarbeit einzula den und entsprechend zu fördern."® „Eine Trennungslinie, die sich dem Außenste henden in erster Linie optisch kundtut, be ginnt das Lager der Mühiviertler Künstlergii de in stetig wachsendem Umfang in zwei Teile zu spalten. Jene vom Fachgruppenleiter für Malerei, Ernst Balluf, kurz nach seinem Eintritt in die Vereinigung (1969) aus vorerst einigen wenigen Mitgliedern rekrutierte ,pro gressive' Gruppe gibt immer kräftigere Le benszeichen von sich. Die Gilde besinnt sich zunehmend auf ihre Funktion als lebendige Arbeite- und Aktionsgemeinschaft. Begrü ßenswert ist auf jeden Fall, daß eine dem Mühlviertel nahestehende Künstlervereini gung beginnt, ihre Struktur der Zeit entspre chend umzuorganisieren. Vor allem im Hin blick auf die Tatsache, daß unsere Zeit auch vor dem Mühlviertel nicht halt gemacht hat."^°
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2