Die Mühiviertier Künstiergiide Gründung und Gegenwart Peter Ratzenböck Ein seltsamer Zufall Im November 1987! In Freistadt zeigten zugleich zwei Banken Kunstausstellungen. Die eine war dem 1977 verstorbenen Ernest Schimmel gewidmet, die andere zeigte Bilder von Hans Stumbauer. Schimmel, Maler und Architekt, und Stumbauer, Maler und Kunsterzieher, beide Jahr gang 1911, gründeten Im Jahre 1955 die Mühiviertier Künstlergilde. Gründungsort war das Gasthaus Traxler Im kleinen Mühiviertier Ort Schlag, zugehörig zu Grünbach bei Freistadt. Urfahr mitelnbezogen, lebten seit 1945 gut ein Dutzend bildender Künstler Im Mühlvier tel. Durch gemeinsame Studienzelten an der Akademie In Wien und spätere Ausstellungen kannten sich die meisten untereinander. In einer Gemeinschaftsausstellung Im Dezem ber 1955 Im Rathausfestsaal Urfahr stellten sie sich erstmals als „Mühiviertier Künstlergil de" vor. Die Zeltungskritik urteilte abwertend: „Eine landschaftlich gebundene Künstlerver einigung. Mit der geistigen und künstleri schen Problematik unserer Tage befaßt sich die Ausstellung, als Ganzes beurteilt, kaum. Dafür enthält sie manches, das besser Im Verborgenen geblieben wäre."'' Es war eine von den Insgesamt 33 Ausstel lungen zeitgenössischer Kunst, die über haupt In diesem Jahr In Linz gezeigt wurden. Der Kritiker wertete vor allem nach traditio neller Malwelse und „gegenwartsnaher Ge staltungssuche". Unter den 14 Ausstellern waren unter anderen Albrecht Dunzendorfer, Gründungsort der Mühiviertier Künstiergiide, Gasthaus Traxier in Schiag, Grünbach bei Freistadt. Foto aus dem Jahre 1939 von K. Gbermayr-Lichtner, Freistadt. — Repro: Foto Fieischmann „der wohl bekannteste Schilderer der herben Schönheit der Mühiviertier Landschaft"®, Franz Glaubacker, „eine bedeutende Malerpersönllchkelt"®, der früh verstorbene, junge Bildhauer Adolf Kloska und der „Mitbegrün der der Österreichischen Moderne" und seit 1930 In Hirschbach lebende Franz Zülow so wie der erste MKG-„Glldenmelster" Heinrich Halder. Persönlichkelten, die das Erschei nungsbild der Mühiviertier Künstiergiide über lange Jahre prägten: „Wenn ein Mensch mit Formen- und Farbensinn In die Natur hinein sieht, so regt sie Ihn an und auf. Er versucht, was er vor sich sieht, nachzumalen. Bei ent sprechender Ausdauer kommt er je nach Ta lent und Bemühung auch zu gewissen schö nen Bildern, aber er malt ab, er kopiert. Ob das nach Vorlagen geschieht oder nach der Natur, Ist gleichgültig. Ihm fehlt die Phanta sie, das Träumen, das Sehen hinter die Din ge, das Eigenschöpferische. Wir wollen da mit eine liebgewordene Beschäftigung vieler Menschen nicht herabsetzen — nur Kunst Ist dieses bloße Abzeichnen nicht, mag das Ent standene noch so gekonnt aussehen."" m ■ "■ -»„si .T I. .« ; .7 , .■,'.''.•■.'•4 - I . 'f l ■""-l':-. • t.;. ■ •• '■ -A'] • -•
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