Oberösterreich, 38. Jahrgang, Heft 1, 1988

genheiten der Aufsicht der für die einzelnen Viertel des Landes errichteten Kreisämter un terworfen, die Baupolizei an die Landesregie rung gezogen und die Dienstbotenordnun gen ohne vorheriges Einvernehmen mit den Gemeindebehörden durch einseitige landes fürstliche Anordnung erlassen. Dies bedeute te, daß die landesfürstlichen Städte in allen wichtigen Angelegenheiten der Oberaufsicht der Regierung unterworfen waren. Josef II. beseitigte schließlich 1783 in den landesfürstlichen Städten die ohnedies schon sehr schwache städtische Autonomie, die Stadtverfassung, innerer und äußerer Rat wurde durch die Magistratsverfassung abge löst. Der Magistrat, bestehend aus einem Bürgermeister und einer Anzahl von Räten, trat nun an die Stelle des Stadtrates und Stadtgerichtes als bürgerliche Behörde. Da mit war auch die Tätigkeit des Stadtrichters beendet, Georg Kemeter trat 1789 von seiner Stelle als Stadtrichter zurück, er war der letz te Stadtrichter von Freistadt. Juridisch vorge bildete und geprüfte Syndici waren ihre Nachfolger, diese setzten zugleich aber auch die Reihe der Stadtschreiber fort. Die Magi stratsverfassung blieb im großen und ganzen bis 1848 in Kraft, geringfügige Änderungen vollendeten und ergänzten die Verstaatli chung und Bürokratisierung. Die Regierungszeit Maria Theresias und Jo sefs II. gewährte der Stadt Freistadt eine et was friedlichere Entwicklung, abgesehen von der bayrischen Besetzung 1741 im Österrei chischen Erbfolgekrieg. Handel und Gewer be blühten in dieser Zeit wieder etwas auf, je doch gelang es nicht, die Höhe und den wirtschaftlichen Wohlstand des 16. Jahrhun derts zu erreichen. Zur Zeit der Franzosenkriege 1805 und 1809 lasteten hohe Steuern, Geldentwertung, Truppendurchmärsche und Einquartierun gen auf Freistadt. Schon im Dezember 1799 marschierten kaiserlich russische Truppen der Armee des Fürsten Suwarow durch Frei stadt. Die Durchmärsche dauerten bis März 1800. Ein kleines Beispiel von äußerster Ge schäftstüchtigkeit einer Freistädter Bürgerin schildert folgende kleine Episode: Johann Graf Damian von Tuchegli hatte auf seiner Reise durch Freistadt im Dezember 1800 bei der Bäckerin Stiglehner übernachtet. Da die Kälte in diesen Tagen sehr groß war, lieh die Wirtin ihrem Quartiergast zur Weiterreise einen ihr noch von ihrem verstorbenen Mann gebliebenen Müllerpelz. Graf v. Tuchegli ließ ihr als Pfand einen Gurt mit 20 fl zurück. Der Pelz leistete seine guten Dienste, ihn zurück zusenden hatte der Graf aber erst im April Gelegenheit. Seine Verwunderung kann man sich vorstellen, als er nach einiger Zeit den Pelz, seinen beigelegten Brief und den Gurt, jedoch ohne die 20 fl wieder erhielt. Ob sein Protest, daß der Pelz schon alt gewesen, er ihn nur wenig abgenützt habe und ein neuer außerdem nur 16—18 fl koste, etwas nützte, wissen wir nicht. Abermals dauerte es lange, bis sich die Be völkerung von diesen kriegerischen Ereignis sen erholen konnte. Ein wichtiger wirtschaftli cher Faktor, der mithalf, das Gewerbe und die Wohlhabenheit der Bevölkerung auf eine ge wisse Höhe zu bringen, waren die Erzeugung von Zinnwaren, die Zwirnerei und besondes die Hammerwerke im Thurytal. Sehr rege war der Fuhrwerksverkehr auf der Straße nach Böhmen, er bildete auch noch im beginnen den 19. Jahrhundert für die Freistädter Bür ger eine gute Einnahmsquelle, jedoch nicht mehr in demselben Ausmaß wie einige Jahr hunderte früher. Eine schwere Krise setzte für den Berufszweig der Frächter ein, als im Jahr 1827 mit dem Bau der Pferdeeisenbahn Linz—Budweis begonnen wurde; diese an sich große Tat versetzte dem Fuhrwerksge werbe und den Gastwirten (deren es damals 26 in Freistadt — in der inneren Stadt allein 22 — gab) einen schweren Schlag. Und als vom Jahr 1873 an die Bahn auf einer anderen Trasse mit Dampf betrieben wurde, waren es die Freistädter Bürger, die sich dagegen wehrten, daß der Bahnhof zu nahe an die Stadt heran gelegt würde, sie hofften noch immer auf ein Zunehmen des Fuhrwerksver kehrs und damit auf ein Wiederbeleben des Handels. Besonders interessante Aspekte ergeben sich aus einem Vergleich des 1557 abgefaß ten Schätzbuches mit dem Franzisceischen Kataster des Jahres 1827: 1557 lebten in der inneren Stadt 17 Patrizier, 59 Handelsbürger, 55 Handwerkerbürger und 10 Kleinbürger; 1827 werden nur mehr 15 Bürger, 4 Handels bürger gezählt. Die 1827 eigens genannte Berufsgruppe der Wirte wurde zur Zeit des Schätzbuches von den Vollbürgern ausge übt, denen allein Schank-, Beherbergungs und Handelsrecht vorbehalten war. 76 Bür gern im Jahre 1557 stehen 41 Bürger — die Wirte miteingerechnet — 1827 gegenüber. In dem 1833 ausgestellten „Catastral-Schätzungselaborat" des Franzisceischen Kata sters wird auch kurz die historische „Abwärts"-entwicklung der Stadt skizziert: „Die Stadt Freystadt war einst als Gränzfestung und als eine Handelsstadt berühmt gewesen. Im Jahre 1400 wurde selbe mit Mauern und Gräben noch mehr umgeben, im Jahre 1525 wurden daselbst einige Bauern-Rebellen hin gerichtet, im Jahre 1595 wurde Freystadt von den Rebellen hart mitgenommen, im Jahre 1626 herrschte in Freystadt eine bösartige Krankheit und die Überreste des alten Glan zes verlohr Freystadt durch die erlittenen Kriegsunfälle im Jahre 1626." 4400Steyr,Bahnhofstraße10JeL 07252/233810,24081 NEU — Große Bus-/Flugreise GRIECHENLAND—TÜRKEI Termin: 29. 4.-^8. 5. '88 Mit dem Bus besuchen Sie klassische Kulturdenkmäler, ler nen gleichzeitig die Erholungslandschaft um Antalya und Alanya kennen und fliegen dann bequem mit Austrian Airli nes zurück nach Linz. 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