gelegt, daß ab nun die Wahlen nur In An wesenheit landesfürstlicher Kommissäre stattzufinden hatten und die Aufnahme der Stadtschreiber und Neubürger nur mit Wis sen der kaiserlichen Majestät erfolgen durfte, „Inmassen vom Landtsfürsten zu wissen von nöttn, waß er für ain burgerschaft hab und welchen er die reglerung seiner stött und bur ger vertraue". Für Freistadt erfolgte die Ein stellung der freien Wahl am 20. Dezember 1600. Mit Festlegung des Wahltermlnes für den 7. Jänner 1601 durch den Landesanwalt der Landeshauptmannschaft war die Abhal tung und Durchführung der Wahl der Stadtobrlgkelt In die Hände des Landeshauptman nes gegangen. Damit begann auch für Freistadt der Niedergang der politischen Selbstverwaltung und durch die unruhigen Zelten, durch die Maßnahmen der Rekathollslerung und die Kriegsverwüstungen des 30jährigen Krieges auch der wirtschaftliche Niedergang. Im Bauernkrieg von 1626 wurde die Stadt von den Bauern belagert und nach dem Tod des Kommandanten der kaiserli chen Truppen Sokolowsky, der seinen Kopf zu weit aus dem Böhmertor hinausgehalten hatte, am 1. Juli 1626 erstürmt und bis zum 16. August besetzt. Der damalige Stadt schreiber Neurattinger hatte über diese Tage eine 90 Punkte umfassende Chronik verfaßt, die dem Statthalter Herberstorff die Schuldloslgkelt der Bürgerschaft an der Eroberung durch die Bauern beweisen sollte. Durch List waren die Bauern In den Besitz der Stadt ge langt, der katholische, kranke Altbürgermei ster Georg Bader wurde erschlagen, einige Kapuzinerpatres, die sich versteckt hatten, wurden gepeinigt. Ein kaiserliches Heer brachte wohl die Vertreibung der Bauern, aber neues Wüten der Soldaten. Die Rekathollslerung des Landes setzte nun unver mindert ein, bereits Anfang Februar hatte der Freistädter Stadtschreiber Listen der Bewoh ner angefertigt. In denen sie kennzeichnen mußten, ob sie sich „accomodleren", d. h. ka tholisch werden, oder auswandern wollten. Neben den zahlreichen Freistädter Bürgern und Inwohnern weisen diese Emigrantenli sten aus den Jahren 1627 und 1628 reiche Patrizlerfamlllen auf, wie die Attl, Gebmhofer, Spohr, Röttl, die Khämauf und Landshutter. Für die wirtschaftliche Lage der Stadt bedeu tete dies eine arge Verschlechterung, dazu trugen auch die Soldatendurchzüge und Quartlerlasten In besonderem Maße bei. Lan ge Zelt noch wirkten sich diese Ereignisse aus, Freistadt konnte sich nicht mehr so rich tig erholen und erreichte nie mehr die Stel lung und Bedeutung, die sie Im 16. Jahrhun dert errungen hatte. Aus einer Häuserbe schreibung des Jahres 1655 Ist zu ersehen, daß von den 143 Stadthäusern 10 noch ganz zusammengefallen, 21 ruiniert und leer stan den, 59 zwar zum Teil bewohnt, doch wegen der Armut der Besitzer dem Untergang nahe waren, sieben hatten zwar Besitzer, standen jedoch leer und nur 46 befanden sich In bes serem Bauzustand, der jedoch ebenfalls be droht war, da die Besitzer mit großen Nahrungs- und Steuersorgen zu kämpfen hatten. In der Beschreibung des Matthäus Merlan In der „Topographie provinclarum Austriacarum" Ist noch die Rede, daß die Befestigung der Stadt nach dem Sturm durch die Bauern nicht wieder Instandgesetzt wurde BRENNEREIMUSEUM BRENNEREI itteqdorfer^». 271 ST. OSWALD/Freistadt, Tel. 079 45/203 Der ehemalige Sensen- und Werkzeughammer „HIZLHAMMER" wurde 1635 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1870 befindet er sich im Besitz der Familie Mittendorfer. Aus dem Hammerwerk ist ein Säge-Hobelwerk gewor den. Seit 1883 betreibt die Familie eine gewerbliche Brennerei. Die ursprüngliche Anlage dient heute als museales Stück. Besichtigungsmöglichkeit der alten Brennerei sowie der heutigen Anlage. Verkostungsmöglichkeiten der hauseigenen Schnäpse und Liköre. Einkaufsmöglichkeit. Aus Termingründen bitte telefonische Voranmeldung!
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