Die iandesfürstiiche Stadt Freistadt Heidelinde Dimt Fotos: Franz Gang! Als eine der wenigen Städte Oberösterreichs hat sich Freistadt bis heute den Zauber des Mitteialters erhalten und schmiegt sich mit seinem Befestigungswerk, seinen Gräben und Mauern, Türmen und Toren wie ein Stück Vergangenheit in das Tal der Alst. Die Frage nach der Entstehung der Stadt, die zwischen 1200 und 1220 erstmais urkundiich genannt wird, beschäftigte zu Ende des 19. und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahr hunderts Historiker und Heimatforscher. Ais einer der ersten befaßte sich I. Maade (Freistadts Handelsgeschichte und Handelsieben 1881) mit der Entstehung der Stadt. Er hält das Vorhandensein der Stadt vor 1142 nicht für möglich, nimmt aber das Vorhandensein eines Ortes um 1176 an. J. Strnadt, der sich in zahlreichen Arbeiten mit diesem Probiem befaßte, neigte zu der Ansicht einer späten Gründung, kurz vor 1275. Er nahm an, daß Freistadt als fertige Stadt in die Geschichte eingetreten ist, auf der Grundiage der alten „Wendensiediung Zahlow", die König Ottokar mit Stadtrecht bewidmete und mit dem Namen „Freistadt" belegte. Dieser Meinung schloß sich auch F. Sekker an, ailerdings ent wickelte sich nach seiner Ansicht die Sied lung bereits unter Herzog Leopoid VI. zu einer Stadt. Die Gründung des Ortes Zahiow führte er auf Otto von Machland um 1130 zu rück, der in einer ungefähr 1527 vom Frei- „Freystadt in Ober-Österreich", Lithographie von Heinrich Vogt, verlegt bei J. M. Zötl in Freistadt, um 1840, OÖ. Landesmuseum, Ortsansichtensammlung, Inv.-Nr. 70/3 Städter Stadtschreiber aufgezeichneten Überlieferung den Wald bei Freistadt „zu einem fieckchen ausgereit und dorthin menigiichen zu bauen gefreit". I. Nößlböck geht nun einen Schritt weiter in seiner Arbeit „Die Entstehung Freistadts im Mühiviertel" (1924), er führt bereits die Stadtgründung auf Otto von Machland um 1130 zurück, der Freistadt mit Hilfe besitzloser, freier Leute inmitten der alten Marktsiediungen Schmieddorf, Pregarten und Zaglau angelegt haben soll. Neuere Forscher, wie A. Klaar und K. Gutkas, neigen dazu, die Gründung der Stadt in die Zeit der letzten Babenberger zu verlegen. Beide denken an eine Gründung gleich als Stadt. Gutkas untermauert diese Ansicht mit den Erwähnungen der Babenberger Leopold und Friedrich in der für Freistadt so bedeu tenden Urkunde von 1277. Die Stadtaniage selbst entspricht mit ihrem Paraiielsystem dem Typus der planmäßig angelegten goti schen Stadt. f . 7: ■■ '■7- ■' ' ■ ■ ■ t Freystadt in Ober-Öslerreich.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2