Oberösterreich, 38. Jahrgang, Heft 1, 1988

Auch die beiden Arkaden sind ähnlich über zogen und die Felderteilung der Brüstung äh nelt den Rippenformen im Gewölbe. Hier wurden die Ornamente für diese Gruppe von Bauten bestimmend; das Spiel des Lichtes entscheidet den Raumeindruck. Als das Kleinod aller Denkmäler mit Kerb schnittornamentik ist die Empore der Pfarr kirche von Wartberg ob der Aist anzusehen; das Schiff wurde 1508 geweiht, der Einbau im Westen dürfte erst nach diesem Jahr einge zogen worden sein. Mit diesem Jahr sind auch die beiden anderen Gotteshäuser dieser Bautengruppe datiert, die gleichzeitig entstanden und verwandt sind: St. Michael (jetzt Starhemberger Gruft) und St. Wenzel. Die Empore nimmt das ganze Westjoch der dreischiffigen Halle ein und wird überdies frei vorkragend noch über ein Joch der Nord wand gezogen. Im Mittelschiff springt sie auf zwei Pfeiler zurück und erhält dadurch einen konkaven Grundriß. Die beiden Pfeiler sind geschuppt, wie ein Pfeilerchen vom Verkün digungsrelief. Eine weitere Reihe von sechs Pfeilern unterteilt das Westjoch; sie wirken ungotisch in den Proportionen. Besonders an der Nordempore werden Erinnerungen an die Holzbautechnik wach, sie scheint in Stein kopiert, versteinert zu sein. Das obere Band der Brüstung ist gleich der Stola des hl. Pe trus. Die kragsteinartigen Rippen werden un ten durch eine Reihe von Knöpfen an die Wand angenagelt, der untere waagrechte Balken der Brüstung zeigt ebenso eine realiOben: Pfarrkirche Wartberg ob der Aist, West- und Nordempore. Kerbschnittmotive und Formen aus dem Holzbau übernommen Rechts: Pfarrkirche Hirschbach, Sakramentshäuschen. Verstäbungen, gegenläufig fischgrätig verzierte Dienste und Übernahme von Elementen aus dem Holzbau (Nagelungen)

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