OKA-KRAFTWERK PARTENSTEIN, eine architektonische Energie für Oberösterreich und technische Rarität Als das Kraftwerk Partenstein nach fünfjähriger Bauzeit am 30. Oktober 1924 seinen Be trieb aufnahm, war es In zweier lei Hinsicht eine österreichi sche Sensation: In technischer und in architektonischer! Tech nisch gesehen ist es schon lan ge keine Sensation mehr, archi tektonisch jedoch, als Bauwerk des Jugendstil-Architekten Mauriz Balzarek, nach wie vor. Beginnen wir mit „Seinerzeit": Mit einer Leistung von rund 29.500 Kilowatt war Partenstein das größte Kraftwerk Öster reichs. 88 Millionen Kilowatt stunden Strom wurden hier jährlich produziert und zum Teil sogar bis nach Wien transpor tiert. Technische Pionierleistung Partenstein war nicht nur das größte Kraftwerk Österreichs, es stellte auch eine beachtliche Pioniertat auf dem Gebiet des Kraftwerksbaues dar: Die erste geschweißte Druckrohrleitung, Druckstollen mit Kreisprofil, die damals größten Francis-Turbi nen mit lotrechter Welle und die erste 110.000-Volt-Leitung von Partenstein nach LinzWegscheid sorgten für Aufse hen. Kulturdenkmal eines Jugendstll-Industriebaus Das Kraftwerk Partenstein ist — wie erwähnt — nicht nur in technischer Hinsicht eine Rari tät, sondern auch in architekto nischer. Von Mauriz Balzarek, einem Schüler Otto Wagners, geplant, hat es als Kulturdenk mal eines Jugendstil-Industrie baues hohe Bedeutung. Balzarek, ein Schüler Otto Wagners Balzarek studierte drei Jahre an der Akademie der bildenden Künste in Wien, in der Klasse Otto Wagners, die in ganz Euro pa berühmt war und in die auf genommen zu werden, eine hohe Auszeichnung bedeutete, die pro Jahrgang nur zwölf Kan didaten zuteil wurde! Unter Otto Wagner arbeitete Balzarek an Projekten wie der Errichtung der Wiener Stadtbahn mit. Da bei sammelte er wichtige Erfah rungen beim Umgang mit da mals neuem technischen Mate rial und Möglichkeiten, die er später bei eigenen Bauten, wie z. B. in Partenstein, anwandte. Qualitätsvolle Industriearchitektur Die Pläne für das Kraftwerk Partenstein entstanden, so die Datierung, ab 1919. Bereits zehn Jahre davor entwarf Bal zarek ein weiteres oberösterrei chisches Kraftwerk, das Kraft werk Steyrdurchbruch. Beide Bauten gelten heute in Fach kreisen als hervorragende Bei spiele qualitätsvoller Industrie architekturl Harmonie zwischen Technik und Ästhetik Balzarek zeichnet sich in seiner Arbeit vor allem durch seine Liebe zum Detail aus: Er errich tete Gesimse und Steildächer, brach kubische Blöcke mit Gie beln und erkerartigen Vor sprüngen, erhielt die Fenster als begreifbare Größen und ver wendete gelegentlich auch an tike Säulenordnungen und hi storisierende Rundbögen als Zierde oder Gliederung. Alles in allem stellt das Kraftwerk Partenstein eine danach kaum wieder erreichte Harmonie zwi schen Technik und Ästhetik dar. Hill mü
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