. . . glückliche Kühe, signiert und datiert 1982, 22 X 34,5 cm \ hatte es nie anders erlebt. Die Mutter aber begriff, was das war und bedeutete. Auf die Selbstverständlichkeit, die in Vaters Bemer kung „ja, is eh schön" lag, antwortete sie je desmal: „Ihr wißt ja gar nicht, w i e schön das ist!" Die Mutter war es auch, die das Le ben im Haus bestimmte. Sie hatte auch das Geschäft, eine ländliche Gemischtwaren handlung, fest in der Hand. Der Vater, man könnte es so sagen, was für das Was, für den Lebensinhalt, bestimmend und verantwort lich, die Mutter aber für das Wie, für die Le bensform. Beim Vater war alles auf Tradition, auf überkommene Werte und Formen aufge baut, die Mutter brachte da „einen neuen Wind" hinein. Der Vater lebte — auch wieder darin ein echter Mühlviertler — alles „aus dem G'spür" heraus, die Mutter hinterfragte alles, wollte begreifen und aus diesem Be greifen heraus gestalten. Für den Vater war es genug Erklärung, „daß alles so ist, wie es immer schon gewesen war" und es war gut so für ihn — und wie er meinte, auch für uns. Er suchte Geborgenheit im Leben durch eine strenge Ordnung, die er seinem und unse rem Leben auferlegte. Für die Mutter war das Leben eine Herausforderung, auch dazu, es anders zu gestalten als sonst üblich. Sie ging den Weg vom Begreifen und Verstehen hin zur Liebe — auch zum Mühlviertler Land und seinen Menschen, die zunächst für sie, wie sie immer wieder betonte, etwas sehr Frem des, Verschlossenes, ja fast Unnahbares wa ren. Der Vater ging den umgekehrten Weg, d. h. eigentlich war das nie ein Weg, sondern eine sehr ursprüngliche Haltung; Er kam vom Gefühl, von der Liebe zum Begreifen und Ver stehen. Manchmal schien es, als genüge ihm diese Liebe allein. Umwege über den kompli zierten Verstand mochte er nicht. Er liebte die Einfachheit, das Schlichte. Er hatte ein siche res Gespür und damit auch ein Wissen um das Wesentliche. Bei aller Bildung war er zeit seines Lebens ein „Roanbauer", ein echter Mühlviertler, geblieben. Tradition setzt sich, wenn man sie nicht ge waltsam zerstört und wenn sich nichts Grund sätzliches ändert, fast naturgemäß fort. Der Vater hatte studiert, also auch die Söhne. Mein ältester Bruder, Max, kam mit 10 Jahren ins neu errichtete Stiftsgymnasium Schlägl, die anderen Brüder nach Wilhering, Dachs berg und wiederum — wie einst schon der Vater — ins bischöfliche Knabenseminar Petrinum nach Linz-Urfahr. Schon seit jeher gab es eine enge Verbin dung des Stiftes Schlägl mit seinen dem Stift inkorporierten Pfarreien, also auch mit Has lach; und seit Bruder Max in Schlägl war, gab es auch eine enge Verbindung unserer Fami lie zu diesem einzigen „lebenden" Stift, d. h. Kioster, im Mühlviertel. Die Stifte Baumgar tenberg und Säbnich-Waldhausen sind ja lei der — und dies sehr zum Schaden für die ge samtkulturelle Entwicklung des Mühlviertels — bei der Kirchenreformation unter Joseph II. aufgehoben worden und so als Bildungszen tren weggefallen. Bruder Max besuchte also das vierklassige Stiftsgymnasium Schlägl. Er war auch bei den Schlägler Sängerknaben und erhielt in diesem Rahmen den ersten Musikunterricht, Geige und Klavier, was sicher den Grund stein für seine spätere musikalische Lauf bahn als Komponist sakraler Musik und als Chorleiter des Haslacher Kirchenchores so wie des von ihm gegründeten „Mühlviertler Singkreises" war. Außerdem leitete er durch viele Jahre hindurch die kirchenmusikali schen Aufführungen, vor allem an hohen
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2