Oberösterreich, 38. Jahrgang, Heft 1, 1988

So mancher Meierhof wurde mit Feldern, Wasser und auch Holz vom alten „Gschloß" abgetrennt, dieses durch flächenmäßige und wirtschaftliche Isolierung dem Verfall preis gegeben. In Vergessenheit geratene Wege-, Fahr- oder Wasserrechte machen oft bis heute eine Wiederherstellung sparsamster Art unmöglich. Der härteste Schlag aber ge gen den Burgenbestand erfolgte in diesem Jahrhundert durch die beiden verlorenen Kriege und die damit verbundenen Umstür ze, die vor allem die Nachfahren der einstigen Herrschaftsinhaberum die angesparten Inve stitionsmittel brachten. Das Ausbleiben der notwendigen Wartungs- und Erhaltungsar beiten und Devastierung durch Besatzungs soldaten 1945—1955 koppelten viele Mühlviertler Burgen endgültig von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Nicht mehr eingebunden in irgendeine Unternehmung oder einen Haushaltsplan, wurden die Bur gen bald eine unerträgliche Belastung für Eigentümer und für die Allgemeinheit. Das Ende ist die Aufgabe der Objekte, die auch der Denkmalschutz mangels geeigneter Mit tel nicht abwenden kann. Während andernorts nicht zuletzt Burgen zu nehmend Gegenstand nationalen und auch wissenschaftlichen Interesses werden, schreitet hierzulande der Verfall, unterstützt durch geringes Verständnis in Politik und Ver waltung, rascher und rascher vorwärts. Wä ren da nicht einzelne Unentwegte, einige täti ge Interessengemeinschaften und dort und da ein Grüppchen von Idealisten, stünde es verzweifelt schlecht um unsere Burgen und Ruinen; Marksteine unserer geschichtlichen Herkunft. Dieses reiche bauliche Erbe ist extrem ge fährdet! Denn alle Materie, alles Gebaute steuert von selbst dem Verfall zu. Werden unsere Burgen und Burgruinen noch die heißen Diskussionen der Denkmalpfle ger, schwankend zwischen unberührtem Ver fall und eingreifenden Erhaltungsmaßnah men, überdauern und die nachfolgende Generation noch erleben? Ach lib, laß dichs erparmen, das ich so elend pin, Und sieuß mich yn dein armen, so vert der winter do hin! 1467 Die grüne Welle bringt Sie welter. TT Osterreichischer BildungsFahrpian für mehr als 300Berufe Der Österreichische Biidungsfahrpian informiert Sie neutrai und objektiv über oiie Bildungswege, auf denen Sie in Österreich weiterkommen können. Er gibt Ihnen einen Überblick über eile gängigenBerufeund die dafür bestehenden Aus- und Weiterbiidungsmöglichkeiten. Der Österreichische Biidungsfahrpian ist ein Gratisservice des WIR und wird Ihnen auf telefonische oder schriftliche Anforderung kostenlos zugesandt. Wlrtschaftsförderungslnstltut der Handelskammer OÖ., 4020 Linz, Wiener Straße 150, Telefon (0732) 46231-0. 18

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