Burgruine Prandegg, Gemeinde Schönau im Mühlkreis, Bezirk Freistadt. „Die langgestreckte Anlage besteht aus der südlichen Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden, . . . dem mächtigen Rundturm, ausnahmsweise auf dem gewachsenen Fels an der gefährdeten Steile errichtet, und der Hauptburg nördlich davon, 15. Jh., aber später z. T. verändert" (Benno Ulm: Das Mühlviertei, Salzburg 1971). — Luftaufnahme vom 9. 4. 1986, freigegeben vom BMLV mit Zahl 13083/165 — 1. 6. 86 *4 und Rannariedl, hier wiederaufgebaut, erhal ten. Rund wie auch die Türme der grenzna hen Burgen Rosenberg und Krummau in Südböhmen. Fünfeckig sind die spätgoti schen Keiitürme von Ruttenstein und Neu haus, ganz unregelmäßig der etwa sieben eckige Turm von Lobenstein. Der besterhaltenste Bergfried ist wohl der von den Herzögen von Österreich in ihre Frei städter Stadtburg hineingestellte, mit steilem Keildach und dem auf Kragsteinen aufgela gerten Umgang. Ganz ähnlich der wallseelsche Bergfried zu Haslach, der heute, eben so wie der Turm der ehemaligen Burg zu Arbing, als Kirchturm dient. Clam und Falkenstein besitzen außerhalb der eigentlichen Burg gelegene, mächtige Rund türme zum Schutz der Wasserversorgung der gesamten Anlage. Neuhaus ob der Donau weist einen sehr schönen, spätgotischen fünfeckigen Keil turm, um 1380, die scharfe Kante feindseitig — auch nach Wien gekehrt — auf. Hier wie auf Lobenstein, dessen früher Turm damals verstärkt und etwa auf das Doppelte erhöht worden war, wird das oberste auskragende Turmgeschoß von einem repräsentativen Dreipaßfries auf schweren, doppelten Krag steinen getragen. Völlig verschwunden sind unter anderem die Türme in Waidenfels oder in Piberstein, wo sich jedoch der bezeichnende Name Thurnerschlag für die im Schatten des Turmes lie gende Siedlung erhalten hat. Bergfried, Ringmauer samt Tor und Palas, diese drei klassischen Burgelemente haben sich ungestört nebeneinander kaum oder nur mehr für Fachleute ablesbar erhalten. Ein gu tes Beispiel, wo nach Jahren des Verfalles durch Einsturz und Abbruch jüngerer Ein bauten die ursprüngliche mittelalterliche Konzeption wieder gut lesbar gemacht wer den konnte, Ist etwa Hagenberg, mit später überbautem rundem Turmstumpf, Ringmauertellen und dem darin nach Süden einge bauten, heute noch aufrechten Palas. Ein anderer, etwas jüngerer, aber fast unverän derter, viergeschossiger Palas hat sich auf der äußersten Felsnase, dem Ort, zu Neu haus erhalten. Zu den einst größten Anlagen Oberöster reichs neben der Hauptburg des Schaunberger Ländchens muß Oberwallsee gezählt werden, das 1364 mitten in ehemals Waxenberger Gebiet auf dem Klausberg neu erbaut worden war. Zahlreich sind die erhaltenen, vor allem spät gotischen Burgtore, größtenteils noch intakt und in Verwendung. Einer der interessantesten Spätformen des Burgenbaues begegnen wir in der um 1440 weitgehend neu errichteten Burg Pürnstein, die, auf glelchschenkelig-trapezförmigem Grundriß aufgebaut, fast neuzeitlichen Fe stungscharakter hat, der nur von einer ho hen, altertümlichen Zwingermauer mit Eck rondellen gemindert wird. Eine prächtige, spätgotische Vierflügelanla ge besitzt das untere Mühlviertel in der Grein15
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2