Burgruine Reichenstein, Gemeinde Pregarten, Bezirk Freistadt. Burg und Schieß zum Großteii verfaiien, erhaiten die interessante ehemalige Burgkapeiie, jetzt Fiiiaikirche (sei. Jungfrau Maria). — Luftaufnahme vom 9. 4. 1986, freigegeben vom BMLV mit Zahl 13.083/165 — 1. 6. 86 f i j gehenden, teils aufrechten, umgebauten und oft bis zur Unkenntlichkeit überbauten und als Grundfesten für jüngere Bauwerke die nenden Burgen gab es und gibt es natürlich auch die eigentümlichsten Sonderformen und die reizvollsten Details. Kaum ein architektonischer Burgen-Typ, der in dieser großen Zahl nicht vertreten wäre. Auch heute ist etwa in der über der Geng thronenden Burg Lobenstein der einer kar gen Landschaft angepaßte Wohnturm einer Turmburg erkennbar. Unvorstellbar die Engräumigkeit der mittelalterlichen Wohnverhält nisse, die sicher durch den häufigen Aufent halt im direkt unterhalb befindlichen Bauernhof, heute von der Ringmauer um schlossen, durchbrochen wurde. Fast in allen Mühlviertler Burgen haben sich die Nebengebäude in die meist unregelmä ßig, weil dem eigenwilligen Felsgelände an gepaßte Ringmauer eingefügt. Die Innenräu me erhielten ihr Licht aus dem geschützten Hof und über das mehr oder weniger steile Schindeldach war die meist mit Zinnen be krönte Mauerkrone leicht zu erreichen. Eine derartige Randhausbebauung hat sich etwa in Piberstein und Breitenbruck unverändert, in Reichenau stark ruinös erhalten. Die Schildmauerburg, bei der eine unverhält nismäßig starke, gerade und hohe Sperrmau er die dahinter versteckte Burg deckt, ein stauferzeitlicher Typus, dürfte, aus dem Grundriß und nur mehr wenigen Mauerresten aufspürbar, durch Rottenegg, vielleicht auch Eschelberg, Clam und Weinberg vertreten sein. Die beiden charakteristischen Flankentürmchen von Weinberg wurden erst Ende des 18. Jahrhunderts gekappt. Einige dieser Objekte weisen sich zusätzlich durch eine auffallend klare, stereometrische Form als dem Anfang des 13. Jahrhunderts zugehörig aus. Diese klassische Baukonzeption des Schildmauer-Typus finden wir in der Renais sance als Baumotiv überhöht später noch mals in Reichenstein vor. Ais klassische Abschnittsburg darf wohl das auf einem Felsenkamm gelegene Prandegg, bei einer durchschnittlichen Breite von 20 Meter etwa 140 Meter lang, gelten. Das heute zum Himmel hin offene Schachtel werk zahlreicher Räumlichkeiten ist im Laufe von dreihundert Jahren aus der alten Kern burg hinaus, am Bergfried vorbei und über diesen noch weit hinaus gewuchert. Eben falls deutlich in Abschnitte gegliedert: Burg Neuhaus. Klar bestimmbar, aber nur in einem Beispiel im Mühlviertel vertreten ist das durch deutli che Buckelquader, mit sauberem Rand schlag als stauferzeitlich ausgewiesene, regensburgische Windegg im Aisttal. An Bergfrieds haben sich sowohl auf nahezu quadratischem Grundriß erbaute, wie bei Windegg heute noch aufrecht, oder in Ried egg, Haslach und Kreuzen, Marsbach und Haichenbach, in Reichenau vollständig ver baut, als auch kreisrunde in Waxenberg, Prandegg, Wiidberg, Dornach und nur mehr im Untergeschoß vorhanden in Hagenberg 14
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