Oberösterreich, 38. Jahrgang, Heft 1, 1988

gewaltsame Annexion des Falkenstelner Ge bietes knapp unterhaib Passau durch Öster reich 1289 ist sicher das spektakulärste Bei spiel dafür. In die Zeit der ersten Besitzergreifung, des Übergreifens des später steirischen Traungaues über die Donau nach Norden, fallen ganz sicher zahlreiche Schutz- und Siche rungsbauten aus Holz, die auf Grund der ei genwilligen Felsformationen des Mühlviertels durchaus auch „unbezwingbar" situiert wer den konnten. Von solchen Blockhäusern und Palisadenwälien hat sich außer auffäiiigen Fels-Abschrämmungen und Einstemmlöchern nichts erhalten, so daß zwar die geringen Ausmaße soicher Felsennester einigermaßen bekannt, ihr Aussehen, ja ihr ganzer Aufbau bis heute aber unrekonstruierbar bieiben mußten. Der artige Bauten erhoben sich unter anderem am Herzogreiterstein, am Blasenstein und in Stampfegg. Auch über die wahre Anzahl derartiger Anla gen kann sicher nie mehr Aufschluß erzielt werden, da angenommen werden muß, daß unter den Fundamenten vieler heute noch bestehender Burgen, Burgruinen, Schlösser, aber auch Kirchen Spuren ehemaiiger Block bauten verborgen sind oder waren. Im Augebiet des Machlandes hat sich viel leicht der Rest einer hölzernen Turmhügel burg im sogenannten Wasenberg erhalten. Bestätigende Funde und auch Grabungen stehen aber aus. Die klassische Burg in unseren Breiten, er richtet zwischen dem 12. und 15. Jahrhun dert, besteht aus Bruchstein, der zumeist am Bauplatz gewonnen wurde. Die überwiegen de Zahl der Mühlviertler Burgen ist als Hö henburgen zu bezeichnen, worunter nur eine kleine Zahl von Gipfelburgen anzutreffen ist, während fast alle Anlagen einen günstig geiegenen Bergsporn besetzen, sicher der leich teren Bauführung und der besseren Wasser versorgung wegen. Links: Burg Clam, Gemeinde Klam, Bezirk Perg. „Eine der bedeutendsten und schönsten der wohlerhaltenen Burgen Im Lande" (Benno Ulm). Im Vordergrund Hauptburg mit sechsgeschossigem Wohnturm mit Pultdach und Zinnenkranz. Im Hintergrund Bergfried mit Kegeldach. — Luftaufnahme vom 18. 5. 1983, freigegeben vom BMLV mit Zahl 13080/444 — 1. 8. 83 Rechts: Wlldberg, Gemeinde Kirchschlag, Bezirk Urfahr. Kuppenlage Im Haselgraben. Neues Schloß mit Zufahrt über Brücke, erbaut 1664/65, südlich angebaut gotischer Bergfried, südlich davon die ruinöse Hauptburg. — Luftaufnahme vom 9. 4. 1986, freigegeben vom BMLV mit Zahl 13083/165 — 1. 6. 86 Eine der wenigen nicht als Höhenburg, son dern im flachen Baugelände errichteten Burganiagen ist etwa Gneisenau, von einem Wassergraben umgeben, ebenso die kleine Burg Zöch bei Aitenberg oder auch das in einer breiten Talmulde gelegene Breiten bruck. Auch die Stadtburg der Babenberger, die gefährdetste Ecke der rund um eine fla che Felskuppe ausgesteckten Freistadt be setzend, ist nur durch den sumpfigen Graben des Stadtbaches abgesichert. Näheres Wis sen über andere im flachen Auland angesie delte Ansitze, ihre Befestigungen oder ihren Burgencharakter, etwa Bergham, Mühldorf, Auhof oder Saxen, fehlt bedauerlicherweise bisher. Direkt an einen Flußlauf postiert wurde etwa die bis heute sehr eindrucksvolle Burg Schwertberg, direkt am Ausgang des schluchtartigen Aisttales gelegen. In einen schwer zugänglichen Steilhang über der Rodel hineingesetzt ist Lichtenhag bei Gramastetten. Vieiieicht ebenfalls als Hang12

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