Oberösterreich, 32. Jahrgang, Heft 1, 1982

Vertrieben Noch zittert das Herz mir, noch drängt sich die Flut der Tränen um überzufließen. Versunken die Hoffnung, versunken der Mut je wiederzusehn, was wir ließen. Ich dachte zu wohnen, jetzt brennt mir das Haus und der, den ich liebte, ist weit. Noch wirft einer brennende Möbel heraus, hoch wirbelt das Feuer. Es schneit. Rot spiegelt der Himmel die brennende Stadt und Aschen- und Rauchwolken glühn. Das Herz ist erstarrt, und wer Schuld daran hat wird um neue Vernichtung sich mühn. Der Irrenarzt Immerzu sind diese flackernden Blicke diese laut plappernden Münder um ihn diese in Trümmer zerbrochnen Geschicke. Früher, da wollte er manchesmal fliehn. Jetzt sieht er nur lang und fast ohne zu leiden den Müttern und Freunden und Gattinnen nach die ratlos bedrückt und verweint wieder scheiden nach einem Besuch, der das Herz ihnen brach. Klein ziehen sie fort durch die hallenden Gänge hinaus, in ihr Leben, in Freiheit und Licht, rasch wieder vergessend im Braus neuer Klänge den Weg zu den Irren, die bittere Pflicht. Er hat nicht mehr Sehnsucht mit ihnen zu tauschen. Das Leben da draußen ist ärmlich und leer. Hier aber umgibt ihn erregend das Rauschen der Flügel des Schicksals; unendlich mal mehr. unendlich mal furchtbarer ist hier zu spüren die Kraft, die uns ruft, und zerstört, oder hält. Er meint fast beglückt, noch zu helfen und führen, doch leise bedroht schon auch ihn diese Welt. 88 Flügel der Morgenröte Dem Besiegten ist alles schwer, aber er ist frei neu zu beginnen von Innen. Der Sieger jedoch, auf dem Gratweg durch die Nacht der Jahrhunderte: jeder Schritt in den Abgrund jeder Blick Furcht oder Drohn, wenn nicht . . . Wenn nicht die Engel schweigender Liebe innig gerufen ihm mit Morgenrotflügeln schweben ums Haupt. Herr ist wer hütet, um ihn wird es Tag, ein Neues, ein Leuchten, und allewelt zieht er. Mitreifende, leise ins junge Äon. , - -T,'. -41.-

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