Oberösterreich, 27. Jahrgang, Heft 4, 1977

Prämiierung von privaten Altstadtinitiati ven: Jährlich vergibt der Bürgermeister einen Preis für eine vorbildliche private Altstadtsanierung. Grundlagenforschung: Im Zuge der Wohnbauforschung wurde durch die Stu die „Großräumige Erneuerung städti scher Sanierungsgebiete — Modell Braunau" eine detaillierte Grundlagen forschung für die ganze Altstadt erstellt und Sanierungsverdachtsgebiete ausge sondert. Altstadtsymposium: In einem Diskus sionsforum mit gesamtösterreichischer Beteiligung und der Anwesenheit des Bundesministers für Bauten und Technik wurde 1974 die Methodik der Grund lagenforschung behandelt. Sanierungsstudie: Für den sanierungs würdigen Teil der „Altstadt-West" wur den Bestands-, Umbau-, Sanlerungs- und Finanzierungspläne für jedes Haus aus gearbeitet. Bebauungsvorschriften für die Altstadt: Als erweiterte Legende zu einem Bebau ungsplan für die Altstadt wurden bis ins kleinste Detail Vorschriften vom Gemein derat als ,,Stadtsatzung" beschlossen. Mitarbeit der Vereine: In den Bebauungs vorschriften ist die gutachterliche Tätig keit der Vereine bei allen baugenehmlgungspfllchtigen Vorhaben in der Altstadt zwingend beschlossen. Das Denkmalamt wird, wo erforderlich, auch bei nicht ge schützten Objekten zugezogen. Erdgeschoß-Gestaltungsvorschrift: Über die allgemeinen Bebauungsvorschriften hinaus wurde für die Architekten und Baumeister eine Fibel der Gestaltung von Geschäftsportalen herausgegeben. Das Beispiel der Stadt: Einzelobjekte im Besitz der Stadt müssen wegen der Bei spielsfolgen besonders vorbildlich saniert und erhalten werden. Zu nennen sind der Stadttorturm als Musikschule, die Bürger spitalsanlage als Bibliothek und Jugend herberge sowie die Herzogsburg als Museum. Das private Beispiel: Viele beiplelshafte Sanierungen der äußeren Gestalt wurden in Braunau durchgeführt, wie Kinz-Linzerstraße oder Nemmer-Kirchenplatz. Viele Neubauten mit Altstadtgestaltung fügen sich nahtlos in den Altbestand wie MeinI und Sparkasse am Stadtplatz, die Krankenhauserweiterung in der HansSteininger-Gasse und die Pfarrhofbauten. Als potemklnsche Lösung ist das MarleyHaus in der Salzburger Vorstadt durch totale Auhöhlung zum Beispiel geworden. Wettbewerb der umweltfreundlichen Maß nahmen: Da die Altstadtqualität nicht nur in der Wohnung, sondern auch in der Erreichbarkeit, der Organisation des ru henden und fließenden Verkehrs sowie einer Palette von Umweltmaßnahmen liegt, wurde in einen Forschungsauftrag auch ein Wettbewerb integriert, der Pro jekte zu diesem Thema erbrachte. Tief garage, Einbahnregelung und dadurch Vergrößerung der Fußgängerflächen mit Freizelt- und Veranstaltungsangebot war die durchgehende Aussage. Assanierungsgebiet ,,ln der Scheiben": Ein fast zur Gänze verbauter Häuserblock in der Altstadt-West wurde mit Gemeinde ratsabschluß zum Assanierungsgebiet er klärt. Erstmalig in Österreich soll bei der Anwendung des Assanierungsgesetzes Erfahrung gesammelt werden. Im Zuge eines Forschungsauftrages wird eine Do kumentation gemacht und Anregungen für den Gesetzesgeber ausgearbeitet. « a * Stöger-Stadel: Ein kurfürstlicher Bräu-Stadel hat im Laufe der Zeit seine Funktion verioren. Obwohl es sich um ein schützenswertes Objekt handelt, ist nicht allein die Erhaltung, sondern gleich wichtig die Suche nach einer neuen Verwendung im Sinne einer Fievitalisierung nötig. Foto: W. SchieftI Die Kirche eines aufgelassenen Kapuziner klosters diente in den vergangenen Jahr zehnten als Theater und Depot. In diese einfache, jedoch monumentale Raum konzeption wird ein Stadtsaal eingebaut, der die historische Substanz weitgehend bewahren soll. Im Jahr 1979 wird hier die geplante Landesausstellung über die Bildhauerfamilie Zürn ihren Platz finden. Foto: W. Baier

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