solte), ich sie doch mit beichten unnd communicirn nit ubereillen sondern ihnen einen solhen termin lassen wolle, daß ieder so nit lust sich zue accomodirn mit guetter gelegenheit sein such verkhauffen unnd seinen weeg weiter werde zuehen mögen. 3. Daß kheinen von ihnen die jenige so für meutmacher mit nächsten tagen publicirt werden, khein stundt behausen und behoffen wolle sondern wo jeder so der den ander weiß das sich dergleichen ufhalte, das sie solhes der obrigkheit anczaigen sollen, welker nun einen solhen gefenkhlichen verhafft wirdt bringen heißen, demselben soll des rebelln haab unnd guett geschenkht werden unnd haben sie hierczue Ursachen weilen solhe Schelmen die unschuldigen mit den schuldigen umb leib und leben, ehr, hab und guett und bluett hetten bringen khönnen, wan ich nit de milde der schörff vorgeczogen, in hoffnung sy herauß zuverspüren haben werden, das ich fuehr sovill müglich des unschuldigen zuverschonen und gar dahero umb sovil destomehr anlaß haben werden gehorsamb unnd fromb zu sein unnd disen ihren groben fehler anderwerts mit gehorsamb zuerseczen etz. 4. Daß die jenige märkht so es nit gehalten, ihre privilegia inner 3 tagen den graff kevenhüllerischen oberpfieger zue banden liffern wie sie dan solher freyhaiten verlustigt sein sollen. 5. Ob wolen zwar die haubt rädlführer durch den markhtrichter untern unschuldt entloffen, so müessen zum abscheulichen exempel billich gestraft werden, welche nach den rädlführern an disem unhail schuldig unnd dises seyen eben der außschusß, so ich von ihnen begert, dan hette vors erste der richter zu Frankhnmarkht den pekhen unnd die so aldort die haubtleuth und bevelhshaber bei der belägerung agiert, so baldt er vernomen das ich mit volgg im anzug, bei dem köpf genomen {wie sie dann noch selbigen abent alß ich andern tags ankhomen, in ihren federn unnd feldtzaichen öffentlich uf den placz spacirn gangen), so hat er seinen pflichten ein geniegen getahn. Hette zum andern er richter und die des raths zue Frankheburg alßbaldt sie den tumult gesehen die burger uf gemant unnd mit ihren wehren den freythoff verwacht, das man den glokhenstraich nit thuen khön nen unnd den paurn angeczaigt sie wollen dergleichen nit verstatten sondern die sich eines solhen unterstehn würden todt schlagen unnd bey ihrer obrigkheit leib und leben lassen, so wer es so weit nit khomen, dan hetten die paurn gesehen daß es die märkht nit mithalten wolten, die am besten bewärt, sie wurden sich bedacht haben dises anzufangen. Hette vors dritte die achter, vierer und zechleut auf die der gemeiner paursman ein aug hett den unterthanen zuegesprochen, sy Sölten dergleichen unterlassen, da es nit geholffen sich von ihnen separirt zue ihrer obrigkheit gangen, ihnen ein solhes angezeigt unnd bei derselben gebliben leib und leben zuezuseczen, wie es ihnen pflücht halber gebürt hette, so hetten sich ohne zweiffei die paurn noch wol ein weil bedacht ehe dan sie ein solhen handl angefangen. Es haben aber richter unnd rath so wol die achter, vierer unnd zech leut deren kheines getahn sondern ihren pflüchten unnd aydt zue wider ir obrigkheit allein im schloß verlassen sich zum hineinschikhen unnd im außschuuß von der gemainen brauchen lasßen, so das der richter zue Frankheburg den von dem oberpfieger abgetrungenen revers in sein Verwahrung unnd behaltnus genomen, die achter der selben gemain aber die khürchenschlisßl von dem oberpfieger abge holt, an allen orthen unterwort die glokhenstreich thuen lassen, darauß dan zu sehen, wie sie ihren aydt und pflücht in acht genomen, unnd on sie das werkh zuverhindern oder zuebefurdern gesucht. Dahero dan und in mangl der haubt rädlführer die jenigen so mit ihnen die größer schuldt billich andern zum exempel zue strafen, als soll kheiner von den anwesenden kheinen tritt vom häufen thon bis die jenigen gestrafft worden, daran sie sich dan spiegeln sollen. Auf disen fürhalt seindt sie alle zue fueß gefallen gnadt begert und sich erbetten, dem allen nachzukhomen mit dankhsagung das man der unschuldigen hierunder verschone, und sein gewest das die schul digen darüber leiden. Darauf ich wider in den ring wo der außschusß verwartt worden, geritten und solhen ir untreu unnd maynaydt, daraus jammer und noth folgt, unnd noch mehr het volgen khönnen, wie auch dis angeczaigt, das sie leib und leben verlohren, auch werth weren, das ich sie samentlich auf das radt legen ließen, weilen ich aber ihnen versprochen, so solle ihnen gnadt doch solher gestalt wider fahren, das welhevor verdient lebendig geradt gebrächt und gespüßt zue werden, die sollen zu gnadt gehenkht werden. Darauf ich sie spielen lassen und hei die 20 so am wenigisten geworffen {darunter das loß drey richter unnd im übrigen die ergsten wie die nachrichtung geben darauß getrofen) gleich under der linden in praesenz der paurn, den richter und zween deß raths, aber zue Vekhlemerkht dan auch zur Frankheburg, wo der pfleger belegert J! ' "• '■ 0- ,4 • • wi • Der Bauernhauptmann Stefan Fadinger in einer zeitgenössischen Gouache auf Pergament, Original im oö. Landesmuseum worden 7 und den rest zue Neukhirchen zum khirchenthurn hinauß, und die jenige darunder so den glokhenstreich gethon, an die strickh der glokhen zum fenster hinauß henkhen lassen; weihe ein tag unnd ain nacht gehangen alsdan durch den henkher wider herab genomen unnd nach Vekhlemarkht geführt, alda an der strasß auf Salczburg auf den weeg wo die meisten paurn zue der zeit alß ir Churfürstlich Durchlaucht ins landt geczogen sich versamblet, an die spiß stekhen lassen. Durch dises ist den paurn, den burgern in den märkhten und den jenigen so durchs landt wandern, der gewin den die rebellion gehabt, genuegsamb demonstrirt worden. In 3 märkht der graffschafft Frankhenburg hab ich 600 knecht gelegt, die ich dortn so lang lassen will biß ich ihres gehorsambs genueg versichert. Einen weiteren gleichzeitigen und eingehenden Bericht über dieses Geschehen zu Frankenburg und das Blutgericht auf dem Haushamerfelde erstattete der Oberpfleger Abraham Grünbacher seinem Herrn Franz Christoph Grafen Khevenhüller®. Dieser
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