Oberösterreich, 9. Jahrgang, Heft 3/4, 1959

loß: und oben in den poden gangen, darauf sy den geistlichen wohl geprüglt und wekhgeiagt, volgents sich zusamben rotirt und den oberpfteger ungefährlich mit 1500 man belegert und daran nit begnäegt gewesen, sondern also bald nach Vekhlamarkht, Frankhenmarkht und andern daraumb ligende pfahren geschikht, dieselben von mann zu mann mit der betrohung aufbietten lassen, das welcher sein wehr nit in die handt nembe und es mit ihnen halten wolde, derselbe soll mit hauß und hoff verprent werden, bei dem es dann auch nit gebliben, sondern sy haben gesandte ferner ins landt alß nacher Warten berg, Grieskürchen, Peurbach un,d dergleichen orthen geschikht und ihnen anzeigen lassen, das sy resolvirt seyen die predicanten wider in das landt zubringen, derowegen sollen sy es nit allein mit ihnen halten, sondern weutter fortschikhen und diß den andern Iren be nachbarten auch anzaigen lassen, darmit man ins gmain darzu thun khöne, sy wollen diß erhalten oder mitainander leib und leben las sen, so miessen 53/ auch vill anlagen und wochengelt geben, und wolle man sy nötten päbstisch zu werden, wällen sy gleich das leben verliehren. Alß mier dise aviso khomben, hab ich in eyl 600 von meinen Soldaten zu fueß zusamben führen lassen, darneben alsobaldt patent nacher Frankhenburg geschikht und die undterthanen ermahnt, das sy also baldt von irem vorhaben abstehen sollen, dann es khain guets endt nemben, ich auch nit undterlassen werde die graf kevenhüllerische beamte zu schüzen und die ungehorsambe zu straffen, darzue mier dann die mittl nit manglen werden, ,da aber selbiger gmain von dem oberpfleger wider die billighait was zuegemuettet worden, sollen sy von ihnen ainen ausschuß machen, der mier die Ursachen irer versamblung und unverandtwortlichen verÜbungen anzeign, die ich an hören und ihnen darauf alle zuelessige satisfaction geben wolle, mit dem ferneren erindern, da sy meinen bevelh nit nachkhomben wer den, ich sy uf solche weiß zum gehorsambe bringen wolle, das sy es mit irem schaden inne werden sollen. Darauf ich dann auch alsobaldt KSENER0,SVS ET iLLVSTRlS lX>MlN«.DN..\D^^)^S■,LlBER fiARO IN HORBEftSDORffi ^XA.S.MMEST ET SERtNISS.DVCIS aWMmCOTSILlARIVS.CAMERARIVS ,, MILITVM DVX.AVSTRIA.TRANSANISANA. PRÄi'ECTVS' cfc. , : . Joachim Enzmilner, Graf von Windhag, zeitgenössischer Stich aus der Topographia Windhagiana (1656) Adam Graf Herberstorff in einem zeitgenössischen Stich von Raphael Custodis aus der Porträtsammlung des oö. Landesmuseums ' m:- ■SjlvSms'ltMvs DÖiSmrs DöMiNvs IoacHATC^s. SAcm RoM.wi^^ iMPKJil I COMEi AC DOMXNV > AB £T IN WlN J)HAA(;.I'K-AKTHAJiJVtlN2.1 BACH FTÄVKXNWli I.UBiRlKH0INR0Sr.NBVi«JAJ)K/VMPVM MAIO | KEM Kl WCOTHOV ENlXJMINVN ET PHfWHT.TAitJVyDOMINIORVM REItTI K\.g AV AD.AXVAM IJBERAM ET SLAJVSttäiTHCl.SÄ'RCHS'reriS.NEILN.« riROiTOITKN HTmTLMBAar;iACC«.j-'MAIlJ-T CaNSltLAJlIj.r.T =f INfXCTIAoRMJIMBTE. ripTiKlORlJ.-AVSTlUARECTJ«'. .| an die orth die sich mit ihnen coniungiren sollen, starkhe bevelch und ermahnungen abgehen lassen, das selbige sich hietten und im gering sten mit disem wesen nit participiren sondern jeder sich bei seinem hauß so lieb ihme sein leib und leben, hab un,d guett sey, halten solle, welches dan sovil genuczt, daß obwoln die kevenhillerische unterthanen gehofft, es werde anfangs gleich, ufs wenigist die zue Grieskhirchen (denen man eben umb ein solche zeit auch einen cathollischen priester eingesetzt) es mithalten, so haben sie doch zu ihren nutzen meinen bevelh gelten lassen, ehe und dan ich aber wissen schafft gehabt, ob alle orth pariern oder nit pariern werden, hab ich mich mit 600 knechten und 3 falkhanetl auf Zwispaln zuegemacht. Die paurn haben aber ir belegerung (in welcher sie gedachten ober pfleger mit schießen starkh zuegeseczt und ihm einen revers abgenodigt) uf erlangten revers verlassen unnd vortgetzogen, Interim sich wider angefangen zu versamblen; da sie aber vernomen, daß uf der bayrischen gräncz volckh zusamen gefürt werde, sie auch wider voneinander gelassen. Alß ich nun nacher Frankheburg khomen, hab ich an die pfars gemainden wo man den glokhenstraich getahn ein patent dises ungefehrlichen inhalts abgehen lassen, daß weiln ich der entstandenen unrueh halber mich in der persohn herauf begeben, unnd die ursach solhe zuwissen vonnöten, alß wol ich solhes selber anhören, unnd mitl machen, daß hinvorderist solhe gelegenheiten darüber der unschuldige mit den schuldigen leiten möchten, verhüettet werden. Darauf sie in namen der churfürstlichen durchlaucht in Bayern alß pfandt Inhabers diß landts mein bevelh das alle pfarsgemainden, so in den patent begriffen, uff den 15. tag may, bei Velckhlemarckht bei der großen linden umb 3 uhr nachmittag sich finden unnd alda meiner erwartten sollen, mit dem erbietten, daß wer gnadt suecht, gnadt erlangen solle; diejenige aber so ungehor samblich außbleiben, deren leib und leben, haab und guett, weib unnd kindt, den Soldaten preiß gegeben unnd selbige mit feur unnd Schwert vertilgt werden sollen. Darauf hab ich mich selben tag umb 2 uhr uf den randevons mit denen bei mir habenden pferdten gefun den, die soldate aber in einem pusch etwas davon halten lassen. Als sie nun ungefehr in die 6000 mann beysamen waren hab ich meine knecht marsiern unnd solhe neben 3 feldtstückhl in reuter Ordnung gegen sie über stellen lassen, unnd zu den anwesenten burgern unnd

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