(Kulturzeitschrift) Oberösterreich, 5. Jahrgang, Heft 1/2, 1955

einem eigenen Aufsatz vorbehalten blei- ben. Auch ist es unmöglich, auf Einzel- heiten der Entwicklung der Elektrizitäts- wirtschaft im übrigen Oberösterreich ein- zugehen, sondern wir müssen uns damit begnügen, in wenigen Sätzen die Dinge zusammenzufassen. Von allen oberösterreichischen Elektri- zi tä tserz eugungsun ternehmen entwickelte sich Stern & Hafferl ab 1905 am erstaun- lichsten. Als die privaten Mittel der beiden wagemutigen Männer nimmer ausreich- ten, um die großen Bauvorhaben zu finan- zieren, gründete man im Jahre 1905 mit Hilfe der Bank für Oberösterreich und Salzburg (Linz) die EW-Stern-und-Haf- ferl-Aktiengesellschaft. Das dadurch aus ganz Oberösterreich in diese Aktiengesell- schaft strömende Geld ermöglichte es, die schon gefaßten großen Pläne auszuführen und die EW-Stern-und-Hafferl-Aktien- gesellschaft durch den Bau verschiedener E-Werke zum bedeutends ten Elektrizitäts- unternehmen des Landes zu machen. Diese Position konnte alsbald dadurch untermauert werden, daß auch das Land Oberösterreich Stern-und-Hafferl-Aktien erwarb und dadurch Mitbesitzer d es Unternehmens wurde. Wir erinnern hier an einen Bericht des oberösterreichischen Landtages vom 12. Oktober 1909, worin es heißt: ,,Der Landesausschuß wird beauftragt und er- mäch tigt, zu r Sicherung des Einflusses der Landes- ve rwaltung auf die Verbauung und Ausnützung der großen Wasserkräfte des La ndes ei nen mög- li chst großen Teil der von der EW-Stern-und- Hafferl-AG. neu zu emittierenden Aktien zu er- werben und die hi ez u erforderlichen Geldmittel durch Aufnahme eines Darlehens bis zu zwei Mil- lionen Kron en bei der Kommunal-Kredit-Anstalt des Landes Oberösterreich oder bei einem anderen Kreditinstitut zu beschaffen und hiefür di e Aller- höchste Sanktion einzuholen." Nach d em Ersten Weltkrieg trat em un- geheurer Stromhunger auf, d en die be- stehenden oberös terreichischen Werke nicht befriedigen konnten. Um der kata- strophalen Stromnot abzuhelfen und um vor a llem Wien und Linz aus dieser Misere zu erlösen, machten sich - ungeachtet 75 Gmundner Lokalbahn • Oben: im Jahre 1895 • Unten: heute aller Schwierigkeiten und ungeachtet der drohenden Inflation - wagemutige Männer daran, das Projekt ,,Große Mühl " zur Tat werden zu lassen, d as an der Un- teren Mühl die Errichtung eines Großkraftwerkes vorsah. Eine schon bestehende „Mühlwasserkraft-G. m. b. H. " wurde zu diesem Zweck in die „Oberösterreichische Wasserkraft-G. m. b. H ." umgewandelt, aus d er dann am 19.J uli 1920 die kapita lstarke „Oberösterreichische Wasser- kraft- und Elektrizitä ts-Aktiengesellschaft" (OWEAG) entstal).d, die das Großkraftwerk Partenstein erbaute. Als aber sowohl die Stern-&-Hafferl-Neubauten wie auch der Bau in Partenstein durch die Inflation in Gefahr gerieten, eingestellt werden zu müssen, sprang beiden Unter- nehmungen die Elektrobank in Zürich durch Kredite in Schweizer Franken bei. Da jetzt an beiden Gesellschaften nicht nur das Land Oberösterreich maßgeblich beteiligt war , sondern auch die Schweizer Bank, da überdies beide Gesellschaften im Verbundbetrieb arbeiteten, lag es nahe, diese beiden führenden oberösterreichischen Unternehmungen zu einer einzigen zu vereinigen. Diese Vereinigung kam am

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