30. Jahresbericht HAK Steyr 2018/19

Gundacker fragt Vormärz spricht HAK Steyr Absolvent Rudi Schöller, dem Publikum aus dem TV-Format „Wir sind Kaiser“ als stummer Diener bekannt, gastierte mit seinem aktuellen Kabarettprogramm „Vormärz spricht“ am 15. März im Festsaal der HAK STEYR. Prof. Harald Gundacker, Leiter des Schulschwerpunktes SMART (Studies in Media and Arts) bat „Vormärz“ zum Interview: G: Sie waren vor vielen Jahren Schüler an unserer Schule und haben erfolgreich an der HAK maturiert. Einige Lehrer, mit denen ich gesprochen habe, haben Sie als liebenswürdigen, auch ruhigen Schüler in Erinnerung. Hat man Sie damals unterschätzt? V: In der HAK habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Und ich hatte den Eindruck, dass die Lehrer mich schätzen. Ich kann mich sogar erinnern, dass meine damalige Französisch-Professorin einmal gemeint hat, ich solle Kabarettist werden. Warum weiß ich nicht mehr. Dass ich Französisch studieren soll, hat sie aber nie gemeint. G: Erinnern Sie sich daran, wie Sie zum ersten Mal daran gedacht haben, Ihre kabarettistischen Fähigkeiten „professionell“ umzusetzen? Beziehungsweise, nützt einem eine kaufmännische Matura auch dann, wenn man Künstler werden will? V:Die Idee, Kabarett zu machen ist entstanden, nachdem ich Josef Hader mit seinem Programm „privat“ gesehen habe. Eine kaufmännische Ausbildung ist wahrscheinlich in jeder Branche hilfreich. Vor allem das 10-Finger-System aus dem Maschinschreib-Unterricht ist unbezahlbar ;-) G:Beobachtet man als Kabarettist stets den (Kleinkunst-)Markt, um ja niemanden nachzuahmen und seinen eigenen – kreativen - Weg zu finden? V: Ich sehe mir viele Kollegen an, weil ich sie persönlich kenne und gut finde. Aber den eigenen Weg findet man, indem man ihn geht. 44 Kultur G: Sigmund Freud sah im Witz unter anderem eine Möglichkeit zum Lustgewinn, der aber auch Verdrängtes sichtbar mache. Hat man als Kabarettist manchmal Angst vor dem Verdrängten bzw. den „falschen“ Lachern? V: Meine größere Angst ist, dass die Leute gar nicht lachen. Das passiert zum Glück aber nie. G: Steht man als Kabarettist immer unter dem Druck, etwas ganz toll Formuliertes bzw. Schlagfertiges sagen zu müssen? V:Man möchte natürlich ein interessanter Gesprächspartner sein, aber ich versuche mir nicht den Druck zu machen, die anderen Leute immer unterhalten zu müssen. Außer bei Interviews mit der ehemaligen Schule. Da bemüht man sich dann schon besonders ;-) G:Vielen Dank – wir freuen uns auf einen geistvollen Abend! Dr. Harald Gundacker

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