30. Jahresbericht HAK Steyr 2018/19

Copy und Paste statt Hirn einschalten und Denken Fehlt Schüler/innen die nötige soziale Kompetenz? Wer kennt sie nicht, die ungezogenen Schüler? „Die heutige Jugend hat keine Manieren mehr“, meinen viele Erwachsene. Doch dieses Thema ist viel komplexer als viele wohl auf den ersten Blick erwarten würden, denn in wessen Verantwortung liegt es nun wirklich, der jungen Generation die für das Leben notwendigen sozialen Kompetenzen beizubringen? In der Schule werden Leistung und Effizienz von immer größerer Bedeutung und unser digitales Zeitalter verkompliziert sich von Tag zu Tag. Bewiesen und auch nicht verwunderlich ist, dass infolge dieser Fortschritte die im Freien verbrachte Tageszeit erheblich verkürzt wurde. „Daumerl bewegen statt Gummi hupf’n“, so sieht es in unserer Zeit in den meisten Haushalten leider aus. Das Internet und die heutzutage mögliche Informationsbeschaffung per Knopfdruck, ob in der Arbeit, Schule oder zuhause, tragen nicht dazu bei, dass die junge Bevölkerung auf ihrem weiteren Lebensweg selbstständig, effizient und kreativ arbeiten kann. Wie wichtig unsere „sozialen Kompetenzen“ jedoch sind, erweist sich tagtäglich vor allem im Berufsalltag. Die Erwartungen werden aufgrund der stetigen Wei Kerstin Mitterndorfer, 2CK Berufswunsch: Beruf im Marketing terentwicklung und neuer Technologien immer größer und so müssen SchülerInnen schon früh auf Stresssituationen, Flexibilität und Höflichkeit vorbereitet werden, denn ohne ein gewisses Maß an Teamfähigkeit und Toleranz wird eine erfolgreiche Karriere in unserer absoluten Leistungsgesellschaft wohl unerreichbar bleiben. Offensichtlich leisten Schulen in dieser Hinsicht oft zu wenig und vorenthalten SchülerInnen somit die im Leben eigentlich wichtigen Dinge, was jedenfalls überdenkt werden sollte. Nur so können wir ein nachhaltiges und gutes Miteinander garantieren, weshalb dieses Thema dementsprechend gelenkt und gesteuert werden sollte. Insgesamt handelt es sich hier um eine gesellschaftliche Problematik, wo in Wirklichkeit alle gefordert sind aktiv daran mitzuwirken und entsprechend gegenzusteuern. Somit macht es wenig Sinn, hier die Ursache nur bei einzelnen Faktoren zu suchen, sondern man muss diese Thematik vielmehr ganzheitlich betrachten, zumal die Schule auch nur eine öffentliche Bildungsanstalt, selbstverständlich mit Etiquette und Regeln, aber keine Erziehungseinrichtung ist. Dies ist die Aufgabe der Eltern, und wenn diese ihre Verantwortung ihren Kindern gegen14 Lebensraum Schule über nicht ernst nehmen, hat es erhebliche Auswirkungen auf deren soziales Verhalten in der Zukunft. Geht man davon aus, dass sich die Situation weiterhin so entwickelt, werden viele in der Zukunft noch ihre Probleme beim Umgang mit Menschen, wie etwa Kollegen in der Arbeit oder Freunden haben. Ab einem gewissem Alter sollte die nötige Reife und Klugheit vorhanden sein, sich selbst ein anständiges Benehmen anzueignen, um sich somit gut in die Gesellschaft integrieren zu können. Natürlich lässt sich schnell sagen: „Die Jugend hat keine Manieren mehr und sitzt nur mehr zuhause!“. Vereinzelt mag das auch stimmen, doch meines Erachtens steckt hinter jedem Verhalten eine Geschichte und niemand wurde unhöflich geboren. Ich bin der festen Überzeugung, dass man sich mit Vertrauen in sich selbst, Willensstärke und Eigeninitiative auch soziale Kompetenzen aneignen und somit wieder eine selbstständige junge Bevölkerung heranwachsen kann. Jedoch ist klar, dass dies ohne eine gewisse Anstrengung und Arbeit nicht möglich ist. Aber ohne Fleiß kein Preis! Kerstin Mitterndorfer, 2CK

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