PERSONELLES Prof. i. R. OSTR. Mag Johann Huber zur Versetzung in den dauernden Ruhestand P LieberHans! „Vivere militare est." - „Leben heißt kämpfen." Diesen auf Hiob zurückge henden Spruch möchte ich als Motto vorangehen lassen. Normalerweise ist es nicht schwierig für mich, für einen be sonderen Anlaß einige Zeilen zu verfas sen. Nicht so in diesem Fall! Sie fallen mir schwer - diese 30 oder 40 Zeilen, mit de nen ich Dir danken, aber auch gerecht werden möchte, ohne unpassende Sen timentalität aufkommen zu lassen. Zuviel ' strömt auf mich ein, wenn ich an Dich 4 -i und an Dein Schicksal denke, das Du so \ mutig und beispielgebend meisterst. Hans, fünfzehn Jahre sind wir einander vor allem während der Pausen gegen übergesessen - wahrlich Zeit genug, um einen Menschen schätzen zu lernen, ihm zu begegnen, ihn zu erkennen. Du warst der Mittelpunkt des „Raucherzimmers", man hörte auf Dich. Dein enormes Wissen, Deine geschliffene Diktion (unvergessen sind Deine weih nachtlichen Ansprachen!) und vor allem Deine ruhige, kollegiale Art ließen ein Klima der Toleranz und des Verständnisses entstehen. Das Wort Überheblich keit hast Du aus Deinem Wortschatz gestrichen. Du warst der personifizierte Katalysator, Deine bloße Anwesenheit genügte, um niveauvolle Gespräche entstehen zu lassen. Selbstverständlich trugst Du als Religionsprofessor diese Einstellung auch in die Klassenzimmer, zu Deinen Schülern. Freiheit des Denkens war für Dich nie ein Schlagwort, sondern täglich gelebte Realität. Wenn es sein mußte, schwammst Du wider den Strom der oft so präpotent auftretenden allgemeinen Meinung - eine Haltung, für die Du innerhalb der kirchlichen Hierarchie manch mal Kritik und Undank erntetest, die Dir aber in der Schule, im Kollegenkreis und vor allem - was selten genug vorkommt! - bei den Schülern Achtung und Anerkennung einbrachte. Für Dich gab es keine heißen Eisen, Du sprachst alles aus. Du nanntest das Kind beim Namen! So war es nur natürlich, daß Dir die Kollegenschaft ihr Vertrauen schenkte und Du in die Personalvertretung ge wählt wurdest und lange Zeit deren Obmann warst. Als Hofrat Pichler in Pen sion ging, „durftest" Du einige Zeit die Geschicke unserer Schule führen.
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