Sonntagmorgen, dann den Aufsatz für Montag. Und oft das Gefühl, es müßte dann irgendwann noch etwas kommen; „das Leben". Das gibt es auch: Aben teuer, Liebe, Action: Das gibt es im Fernsehen, solange, bis der „Aus"-Knopf gedrückt wird. Die Belanglosigkeit, ist das die Philosophie unserer Zeit? Belastungen In Schule und Beruf, gepaart mit Eintönigkeit, als Ausweg Illusionen aus der Steckdose, Abenteuer In der virtuellen Realität, Reality-TV, nebenbei bedacht sein auf die Verteidigung des materiellen Wohlstandes, der Parklücke, des Selbstwertgefühls - sind das die Abenteuer unserer Zeit? Die „Schule heute" muß einen Ausweg aus der Belanglosigkeit bieten, den noch, nein, gerade deshalb kann sie nicht mit endlosen dümmlichen Fernseh shows konkurrieren. Gibt es in der Schule nichts zu gewinnen? Wir Lehrer müssen klären, wo die Gewinne liegen. Wissen hat in einer Zeit der Superrechner und Heim-PCs einen anderen Stellenwert erhalten. Wir müssen heute mehr denn je versuchen, jedem Schüler, jeder Schülerin zu helfen, seinen, ih ren persönlichen Lebenssinn zu entdecken, die eigenen Abenteuer zu suchen und zu bestehen. Sie sind nicht im TV, nicht in der Drogenszene, nicht im War ten auf irgendetwas zu finden. „Die wahren Abenteuer sind im Kopf", wenig stens beginnen sie dort. Schule heute - viel mehr als nur Wissensvermittlung. Zufällig einen Freund auf der Straße treffen - heute grüßen wir mit der Lichthupe. Wir erkennen ihn an der Nummerntafel. Veränderungen in der Familienstruktur - allein leben ler nen, wenigstens in Lebensabschnitten. Miteinander leben, Toleranz, Akzep tanz fremder Eigenarten - wie schrecklich erleben wir seit nunmehr zwei Jahren im Südosten Mitteleuropas, wohin Egoismus und Nationalismus füh ren. Das Zusammenleben muß heute gelernt und oft gelehrt werden. Anders lassen sich Fehler, die gemacht wurden, nicht ausbügeln, neue Fehler nicht vermeiden. Die technische Entwicklung läuft der moralischen des Menschen davon, es bleibt uns, auch der Schule, wohl nichts anderes übrig, als hinterherzurennen und letztere wenigstens nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Ist sie das: Schule morgen? Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser des sechsten Jahresberichts, viel Zeit und Interesse bei der Lektüre. Für die Redaktion Mag. Gerhard Winter
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