Natürlich wäre eine Ausweitung ökologisch relevanter Fächergruppen (Um weltkunde, Geoökologie,...), eine bessere Einbindung umweltbezogener In halte in kaufmännische und andere Fächer, die Verbesserung interner Kooperations- und Koordinationsmöglichkeiten für fächerübergreifendes Arbeiten und dergleichen sinnvoll, trotzdem ergeben sich schon jetzt bemerkenswerte Ansatzpunkte für die Weiterführung konkreter berufspraktischer Vorhaben. Einen interessanten Versuch in diese Richtung stellt ein von März bis Ende Juni '93 laufendes, fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt mit dem Titel „Umwelt Schule" dar. Sieben Lehrerinnen und Lehrer mit 8 verschiedenen Fächern versuchen in durchschnittlich 7 Stunden pro Woche die Schülerinnen nach verschiedenen Gesichtspunkten mit ihrer unmittelbarsten Lebensumwelt (Schule) zu konfrontieren. Dabei sollen sich die Schülerinnen möglichst selb ständig und eigenverantwortlich mit verschiedenen Aspekten einer erfahrba ren Umweltsituation auseinandersetzen. In 8 verschiedenen Arbeitsgruppen sollen sie im Kontakt mit außerschulischen Fachleuten, mit Firmen und öffent lichen Institutionen, auf Lehrausgängen und Exkursionen usw., neben einer kritischen Bestandsaufnahme des Bestehenden konkrete Vorschläge für eine (bezogen auf die jeweiligen Arbeitsbereiche) umweltfreundlichere Gestaltung erarbeiten. Arbeitsbereiche/Arbeitsgruppen; - Arbeitsplatz(-biologie) und ökologische Klassengestaltung - Schulgebäude in funktionaler und baubiologischer Hinsicht (incl. Raucher zimmer) - Müll in der Schule (incl. Schulbuffet/Müllvermeidung) - Natur um (in) die (der) Schule (Schulgeländegestaltung) - Energiesituation in der Schule (incl. Einsparungsmöglichkeiten) - Verkehrssituation um die Schule/Verkehrswege zur Schule - Arbeitsmaterialien in der Schule (ökologisches Beschaffungswesen) - Umfragen zum Umweltbewußtsein bei Schülerinnen und Lehrerinnen. In der vorletzten Schulwoche haben die Schülerinnen dann die Möglichkeit ihre Arbeitsergebnisse öffentlich vorzustellen. Mit einer Ausstellung und einem damit verbundenen kleinen Rahmenprogramm sollen sie mit ihrer Arbeit ein mal die Chance haben, im Mittelpunkt zu stehen. Die Lernmöglichkeiten, die das Projekt bietet, sind sehr vielfältig. Sie reichen von sozialen Aspekten, wie gemeinsames Planen, selbständiges Präsentie ren, Reflektieren über die eigene Tätigkeit, über rein praktische Dinge wie Ge staltung von Plakaten und Einladungen, Organisation von Lehrausgängen und Referaten, bis zu rein fachlichen Bereichen wie Fragen der besseren Energie nutzung, der Vekehrsplanung bzw. der Müllentsorgung. Alles Fähigkeiten, die im späteren Berufsleben der Absolventinnen eine Bedeutung haben werden, weil sie in erster Linie dort Platz finden sollen, wo kaufmännische Qualitäten mit soliden Grundkenntnissen in Umweltfragen gefragt sind (Umweltbeauf tragte in Betrieben, Abfallberaterinnen, ökologisches Beschaffungswesen,...)
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