6. Jahresbericht HAK Steyr 1992/93

Bildungspolitik nach dem 2. Weltkrieg Zu den wichtigsten blldungspolltischen Maßnahmen zählt ne ben der Erwachsenenbildung der enorme Aufbau des Netzes derVolks-, Haupt-, Sonder-, Be rufs- und Mittelschulen. Das umfassende Schulgesetz von 1962 stellt schließlich das be reits in der Ersten Republik unter Otto Glöckel reformierte Schul wesen auf eine völlig neue Basis. Die Ortsschulräte werden abge schafft, die neunjährige Schul pflicht eingeführt, der Übertritt von der Hauptschule ins Gym nasium erleichtert, die bisheri gen Mittelschulen in die Allge meinbildenden und Berufsbil denden Höheren Schulen um gewandelt. Das bildungspoliti sche Ziel, daß in jedem ober österreichischen Bezirk minde stens eine höhere Schule steht, wird in OÖ. in den siebziger Jahren erreicht. "Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muß weg gehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt er schrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, uner schrockene Jugend wül ich. Jugend muß das alles sein. Schmerzen muß sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und nichts Zänliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muß erst wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbil den lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das erste und wichtigste. So merze ich die tausende von Jahren der menschlichen Domestikation aus. So habe ich das reine, edle Mateiial der Natur vor mir. So kann ich das Neue schaffen. Ich will keine intellektu elle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend" (zitiert nach Rauschening). Vertrauliches Gespräch mit A. Hitler Jugend Im Nationalsozialismus ständige Lehrplanreformen: mehr Stunden - mehr Inhalte Die neuesten Tendenzen im Schulbereich werfen ein bisher nicht besonders beachtetes Problem auf. Durch die stete Auffüllung der Lehrpläne wird die Zeit des Lehrers immer knapper, um auch auf die Persönlichkeit der Schüler ge nauer einzugehen, um sich dem Mensch Schüler in konstruktiven Gesprächen zu widmen und ihm tatsächlich auch „Lebensweisheit" und basisdemokrati sches Verständnis mitzugeben. Es ist nicht entscheidend, wieviel quantitati ves Wissen in den Gehirnen steckt, sondern ob es Menschen sind, die gelernt haben, wie man das Leben positiv bewältigt. Mag. Katharina Ulbnch Verwendete Literatur und Archive: Fachzeitschrift: Praxis und Geschichte, Heft 6/1989. Sbz-Transparente: Griechische Bildung Nr. 44, Schulreform Nr. 31. Haider, Siegfried: Geschichte Oberösterreichs, Wien 1987. Zöllner, Erich: Geschichte Österreichs. Von den An fängenzur Gegenwart,Wien 1979. LandeschronikOberösterreichW,ien 1987.Goldbacher,Gregor:50 JahreKauf männische Fortbildungsschule in Steyr, Steyr 1935. Gemeindearchiv Bad Hall, Privatarchiv Ulbrich, Heimathaus Bad Hall, Sammlung Thoma.

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