Gedichte in oberösterreichischer Mundart

12 Die Ankunft des Gutsherrn in Sierning H8H6. „Was lang war versprochn, heunt' verwirklicht wordn is, Was für allö, dö wir da san, Dö größte Freud' is!" Ä da Pfarrä halt a Röd, Nöbn eahm d' geiftlign Herrn, „Dass der Guatsherr durch sein Kommen Dö ganz' Pfarr’ thuat beehrn!" Dö Bölla habn g'schossn, Allö Glockn habn g'läut, And dö Ukusö hat g'spielt, Des war wirklö ä Freud! Da drauf rödt da Guatsherr, Ueberrascht und erfreut Usber's herrliche Fest, Was ihm Sierning bereit. „Weinen Dank", sagt er weiter, „Für den schönen Empfang", Und geht längst dö Leut' Und dö Bürga entlang. D'rauf hat a nu grüaßt, Geht ön erstn Stock 'nauf, Und dö Tafel beginnt dann Ä halbö Stund drauf. Gn Schlossgartn drobn Warn jetzt d' Bölla postirt, Damit, wann män's braucht, Föst g'schossn ä wird. Da Wink wird vorn Fensta Ukit an weißn Tuach gebn, Und wia md das stacht, SoIIn s' zum Schiaßn anhebn! Da Iägänätzl z' Maurwinkling Is in Iagdgällä da, Er bringt Bier her und Wein, Gibt ön Kellna mehr a. Der Nazi schiaßt um, Schaut, dass d' Gläsä niä läar, Nimmt selm oft a Schlückerl, <Vs kimmt 'n nöt schwär! Nach da Suppn auf oamal Gengän d' Böllerschüss los, Da g'streng Herr rennt auffa, „Ja was war denn hiazt das! „G'schossn wird dann erst, Wann ma d' G'sundheit aus- bracht!" Er schickt aussö ön Gartn, D'Aänänierwer'n ausg'macht. Dö abä behauptn, Wan hät's Zoachn ja gebn, Sunst thätn s' ja g'wiss nöt Zum Schiaßn anhebn. Und jazt spielt dö Wusö, Daweil kracht's schan wieda, Dn g'streng Herrn wird iazt Das Schiaßn schan zwida, Iazt stellt ä oan auf, Der auf's Fensta hinsiacht, Dass durch's unrechtö Zoachn Aoan Unsinn nöt g'schiacht. — In dä Nähat beim Fensta Steht dä Aruag mit'n Wein, Und so oft als dä Näzl Dö Glösä schenkt ein,

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