OÖ. Heimatblätter 2011 Heft 1/2

54 Der Sohn des Ferdinand Mozart, Johann Philipp Cajetan (geb. 17. Oktober 1718 in Burghausen, gest. 8. März 1785 in Mattighofen), wurde ebenfalls Moor, „Hart“ einen Wald.4 Der heutige Augsburger Stadtteil Pfersee gehörte bis zum Wiener Kongress 1815 zu Vorderösterreich, die Bewohner waren habsburgische Untertanen. Von dort und aus anderen Augsburg-nahen Orten wie Aretsried und Leitershofen stammen die Vorfahren des Komponisten W. A. Mozart.5 Vielfach handelte es sich dabei um Kunsthandwerker und Künstler,6 doch im Folgenden sei – auf der Grundlage jüngster bzw. vervollständigter Forschungsergebnisse – jener Linie möglicher Ahnen nachgespürt, die sich der ärztlichen Kunst verschrieben hatten.7 Bader in Kraiburg, Mühldorf, Burghausen undMattighofen Jacob Mozart [Mozhard] wurde ca. 1600 in Herpfenried, Pfarre Horgau, geboren. Horgau liegt 17 Kilometer westlich von Augsburg und damit in unmittelbarer Nachbarschaft der Orte, aus denen W. A. Mozarts Vorfahren kommen. Am 29. Jänner 1628 ließ sich Jacob Mozart gegen eine Gebühr von sieben Gulden mit der Verpflichtung, bei Infektionszeiten zur Verfügung zu stehen, als bürgerlicher Bader und Balbierer in Kraiburg am Inn in das Bürgerbuch eintragen. Sein Sohn Veith (geb. ca. 1627, gest. vor 1685) wurde Bader in Mühldorf am Inn. Er heiratete am 24. Jänner 1656 Maria, die Witwe seines Amtsvorgängers Modest Salzmann. Sein Sohn Ferdinand (geb. 12. September 1677 in Mühldorf, gest. 4. September 1740) aus der 2. Ehe mit Maria Rauscher kam 1704 als Bader nach Burghausen an der Salzach und erhielt am 14. Februar desselben Jahres das Bürgerrecht.8 4 Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, Bd. 10, S. 509, Bd. 12, S. 2518– 2521; z. B. Weilhartsforst, St. Peter amHart. 5 David Mozart d. J. (geb. ca. 1620/22 in Pfersee, gest. 1685 in Augsburg), Maurermeister, Ururgroßvater desWolfgang AmadeusMozart, wurde am 17. Jänner 1643 Bürger in Augsburg. Erich H. Müller von Asow, Zum 150. Todestage Wolfgang Amadeus Mozarts, in: Familie, Sippe, Volk, 7. Jg., 1940, S. 114–119. 6 Adolf Layer, Die Augsburger Künstlerfamilie Mozart, Augsburg 1971, S. 9 f. 7 Adolf Buff, Mozart’s Augsburger Vorfahren und Verwandte, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg, Bd. 18, Augsburg 1891, S. 1–36. – Johann Evangelist Engl, Nachkommen der Augsburger Mozart-Familie, 23. Jahresbericht der Internationalen Stiftung Mozarteum, Salzburg 1904, S. 38–40. Engl war 1870 Initiator der Internationalen Mozartstiftung bzw. der folgenden Internationalen Stiftung Mozarteum. – Heinrich Huber, Die Herkunft der Familie Mozart, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben (ZHVS), Augsburger Mozartbuch, Bd. 55./56., Augsburg 1942/43, S. 512–516. – Walter Goldinger, Archivalisch-genealogische Notizen zum Mozartjahr, 5. Die Innviertler Wundarztfamilie Mozart, in: ZHVS, Neues Augsburger Mozartbuch, 62./63. Bd., Augsburg 1962, S. 77– 96, S. 94–96. Goldinger akzeptiert nicht alle Ergebnisse in der Veröffentlichung des oben genannten J. E. Engl. 8 Bürgerbuch des Marktes Kraiburg am Inn von 1600 bis 1749, p. 19, Marktarchiv Kraiburg, Alois Mitterwieser, Ein altbayerischer Zweig der Familie Mozart, in: Unterhaltungsblatt zur „Münchener Zeitung“, 20. Jg., S. 113 f., 7. Jänner 1939. – DieMatriken der Pfarre Horgau beginnen erst 1632. – Ein Jakob Mozart wird 1599 erwähnt bei: Friedrich Deininger, Josef Herz, Beiträge zur Genealogie der ältesten schwäbischen Vorfahren Wolfgang Amadeus Mozarts, in: ZHVS, Neues Augsburger Mozartbuch, 62./63. Bd., Augsburg 1962, S. 1–76, S. 16. – Franz Sonntag, Lebten inMattighofen verwandte Mozarts?, in: Oberösterreichische Heimatblätter 2006, Heft 1/2, S. 30–32.

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