OÖ. Heimatblätter 1999, 53. Jahrgang, Heft 1/2

t In tiefer Trauer geben wir Nachricht, daß unsere hebe, gute Tante und üroßtante, Frau Henriette Ribarz geb. Hemala Montag, den 16. Februar 1959, nach langem, schwerem Leiden, versehen mit den Tröstungen der heiligen Religion, im 86. Lebensjahre selig in dem Herrn entschlafen ist. Die liebe Tote wird auf dem Wiener Zentraifriediiof (Eingang 3. Tor, Halle III) aufgebahrt und Montag, den 23. Februar 1959, um 16 Uhr, nach feierlicher Einsegnung zur ewigen Ruhe bestattet. Die heilige SeelcnmesRC wird Samstag, den 28. Fehrnar 10.59, um H Uhr in der PfaMkirclie zu Mariahilf bei den PP. Salvatorianern gelesen. Wien, den 18. Februar 1959 Die tieftrauernden Hinterbliebenen Adreßbuches kann man unter „Verände rungen während des Druckes" lesen: „Henriette Ribarz-Hemala". Ihre Ehe währte nicht allzu viele Jahre. Sie scheint mit der Anschrift Wien VI, Magdalenenstraße 15, als Klavierpädagogin auf, und ein Friedrich Ribarz, Rechngs.-Rev., steht unter gleicher Anschrift. In den Jahrgän gen von 1925 bis 1928 sind beide Perso nen nicht angeführt; aber ab dem Jahr gang 1929 liest man: „Ribarz-Hemala Henriette, Rechnungs-Dir.-Witwe". In dieser Zeit gab es zahlreiche Be mühungen um die Anerkennung der be ruflich wirkenden Frauen. Schon im Jahre 1886 wurde ein „Verein der Musik lehrerinnen" gegründet, der seinen Titel im Jahre 1934 in „Klub der Wiener Musi kerinnen" änderte. Henriette RibarzHemala war ein Mitglied dieses Klubs; es ist aber nicht bekannt, seit welchem Jahr." Ais Schreiberin dieses Artikels muß ich nun erwähnen, daß ich seit dem Jahr 1951 Mitglied in dem genannten Klub bin, und damals bei den Veranstal tungen Frau Ribarz-Hemala kennen lernte und selbst später im Vorstand tätig war. Ribarz-Hemala hatte die Funktion ei ner Vizepräsidentin inne. Besonders zu bemerken ist aber, daß sie in ihrem 80. Lebensjahr den Auftrag des Osterreichischen Rundfunks erfüllte, die drei Sonaten für Violine und Klavier von Johannes Brahms (op. 78, G-Dur; op. 100, A-Dur; op. 108, d-MolI) als letzte Interpretin einer authentischen " Das Archiv des Klubs der Wiener Musikerin nen ist leider noch nicht aufgearbeitet und der zeit auch nicht zugänglich. (Heute wird diese Vereinigung „Club" d. Wr. Mus. geschrieben.)

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2